Nach einem Besuch in der Ukraine zeigte sich Verteidigungsminister Boris Pistorius stark beeindruckt von den dortigen Innovationen im Verteidigungsbereich. Er plant, die rapide entwickelten Lösungen, insbesondere bei Drohnen und elektronischer Kriegsführung, auf ihre Nutzbarkeit für die Bundeswehr zu prüfen, da die Ukraine sich als "lebendes Labor" erwiesen hat.
Ein deutsches Minenjagdboot wird in den kommenden Tagen ins Mittelmeer verlegt, primär zur Deeskalation in der Golfregion und als mögliche Vorbereitung für einen Einsatz in der Straße von Hormus. Die Maßnahme, die innerhalb der Regierungskoalition beschlossen wurde, soll auch eine europäische Alternative zu einem potenziellen US-Alleingang ermöglichen.
Trotz eines 100-Milliarden-Sondervermögens kämpft die Bundeswehr weiterhin mit gravierenden Problemen bei der Beschaffung von Ausrüstung. Bürokratische Hürden, langwierige Genehmigungsverfahren und fehlende Großbestellungen für Munition und moderne Funksysteme hemmen die Modernisierung. Politiker fordern ein höheres Tempo, während Verteidigungsminister Pistorius Reformen anmahnt, um die Verteidigungsfähigkeit zu stärken.
Der Krieg in der Ukraine hat einen immensen Rüstungsboom in Osteuropa ausgelöst, wobei Länder wie Polen und Tschechien massiv in ihre Verteidigung investieren. Diese Entwicklung weckt starkes Interesse bei westlichen Rüstungskonzernen, die strategische Übernahmen und Investitionen in der Region ins Auge fassen, trotz bestehender politischer und wettbewerbsbedingter Hürden.
Der Bundesrat hat die Armeebotschaft 2026 verabschiedet. Ein zentraler Punkt ist die Entwicklung und Anschaffung eines Schweizer Drohnenabwehrsystems, um auf aktuelle Bedrohungen aus der Luft reagieren und die Verteidigungsfähigkeit des Landes stärken zu können.
Eine neue Fachmesse für Verteidigung und Sicherheit in Hannover, die „Defence & Security Expo“ im September 2025, ist bereits zur Hälfte ausgebucht. Die Bundeswehr steht im Fokus der Veranstaltung, die Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil als Stärkung des Wirtschaftsstandortes begrüßte.