Bundeswehr verlegt Minenjagdboot 'Homburg' ins Mittelmeer als Reaktion auf Lage in Hormus
Die Bundesregierung hat entschieden, als Reaktion auf die anhaltenden Spannungen in der Straße von Hormus ein deutsches Minenjagdboot innerhalb weniger Tage ins Mittelmeer zu entsenden. Diese deeskalierende Maßnahme wurde der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch aus Regierungskreisen bestätigt.
Sollte sich die Sicherheitslage in der strategisch entscheidenden Wasserstraße, die für den globalen Öltransport unverzichtbar ist, weiter zuspitzen, besteht die Möglichkeit, das Boot von seiner Position im Mittelmeer aus, nach Genehmigung durch den Bundestag, in die Straße von Hormus zu verlegen. Die aktuelle Entsendung ins Mittelmeer wird als eine "verantwortungsvolle Antwort auf die Situation in der Straße von Hormus" bewertet.
Obwohl die deutsche Marine bereits einen Einsatzverband zur Bekämpfung der Piraterie am Horn von Afrika unterhält, wird die bevorstehende Entsendung des Minenjagdboots in einem "neuen Kontext" verortet. Dieser neue Ansatz ist fest im Koalitionsvertrag der Großen Koalition verankert. Die Regierungsparteien hatten sich darauf geeinigt, "auch in Zukunft aktiv an europäischen Marine-Missionen und Initiativen zur Deeskalation mitzuwirken sowie die maritime Sicherheit zu festigen".
Es ist die Aufgabe der Bundeswehr, zur Minderung dieser Spannungen beizutragen. Aus Sicherheitsgründen wurden Details zur genauen Route und der Name des Minenjagdbootes vorerst nicht bekannt gegeben.
Laut Informationen von stern.de handelt es sich bei dem betroffenen Schiff um die "Homburg", ein Minenjagdboot der Frankenthal-Klasse. Die "Homburg", die im Jahr 1999 in Dienst gestellt wurde, gehört zum 3. Minensuchgeschwader. Die geplante Verlegung wird voraussichtlich schon in den nächsten Tagen stattfinden.
Zuvor hatte es innerhalb der SPD Vorbehalte gegen eine direkte Entsendung in die Straße von Hormus gegeben. Nun wird mit diesem ersten Schritt die Basis geschaffen, um bei Bedarf und unter entsprechenden Voraussetzungen später dort aktiv werden zu können.
Aus Regierungskreisen verlautete am Mittwoch, diese Maßnahme sei auch deshalb zu begrüßen, weil sie einem potenziellen Alleingang der USA bei einer maritimen Sicherheitsmission in der Straße von Hormus entgegenwirken könnte. Deutschland hätte dadurch die Möglichkeit, Teil einer "europäischen Alternative" zu werden.