Als die Ampel-Parteien ihre Koalition formten, war der Druck enorm. Cem Özdemir legt offen, warum man „ums Verrecken nicht ans Ziel kam“ und weshalb manche heiklen Themen zunächst verschoben werden mussten. Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, gewährte umfassende Einblicke in die herausfordernden Koalitionsverhandlungen, die zur Bildung der derzeitigen Ampel-Regierung führten. Insbesondere die Beratungen über das geplante Cannabis-Gesetz erwiesen sich laut Özdemir als äußerst mühsam. „Das war wirklich intensiv und forderte immens viel Zeit und Kraft“, erklärte der Grünen-Politiker in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Wir kamen einfach ums Verrecken nicht ans Ziel“, fasste Özdemir zusammen. Er betonte, dass es darum gegangen sei, „verschiedenste Lebensrealitäten“ zu vereinen, was die Komplexität des Vorhabens stark erhöht habe. Ebenso sei das Staatsangehörigkeitsrecht ein Knackpunkt gewesen, bei dem die Verhandlungspartner „keine Fortschritte machten“. Um überhaupt zu einer Einigung zu gelangen, mussten einige strittige Themen, wie die Legalisierung von Cannabis, vorerst zurückgestellt werden. „Ich hatte stets die Befürchtung, das würde uns später wieder einholen“, räumte Özdemir ein. Die Parteien der künftigen Koalition verständigten sich darauf, diese Materie im ersten Jahr der Legislaturperiode anzugehen. Trotz der anfänglichen Hürden zeigte sich Özdemir zuversichtlich hinsichtlich der gefundenen Lösung, die seiner Meinung nach zu einem „zeitgemäßen Staatsangehörigkeitsrecht“ führen wird. Die Ampel-Koalition, zusammengesetzt aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP, verhandelte nach der Bundestagswahl 2021 über Wochen hinweg intensiv über ihr zukünftiges Regierungsprogramm, ehe sie im Dezember 2021 offiziell ihre Tätigkeit aufnahm.