Die Präsidentin des Deutschen Bundestages, Bärbel Bas (SPD), hat sich für eine grundlegende Simplifizierung des deutschen Sozialsystems positioniert. Am Mittwoch äußerte sie im Deutschlandfunk, dass die Vielzahl an bestehenden Sozialleistungen sowie die große Anzahl der zuständigen Institutionen eine Vereinfachung zwingend erforderlich machten. Ihr zufolge ist der Sozialstaat zu fragmentiert und mangels Übersichtlichkeit schwer zu handhaben geworden. Bas empfahl, die diversen Sozialleistungen zusammenzuführen und deren Bereitstellung durch eine reduzierte Anzahl von Anbietern zu organisieren. Sie hob hervor, dass das Ziel dieser Reform nicht sei, alle Personen gleich zu behandeln, sondern vielmehr bedarfsgerechte und gezielte Unterstützung zu gewährleisten. Spezifische Beispiele für solche Leistungen führte Bas nicht an. Sie stellte klar, dass es primär um die Machbarkeit und die Methoden der Vereinfachung gehe und explizit nicht um Kürzungen von Sozialleistungen. Des Weiteren führte Bas aus, dass eine solche Vereinfachung auch finanzielle Einsparungen mit sich bringen könnte, die wiederum die Einführung „neuer Leistungen“ ermöglichen würden. Sie plant, dieses Thema auf ihrer für den kommenden Herbst angesetzten „Sozialstaatskonferenz“ gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft und Praxis zu erörtern.