Vatikanischer Gesandter warnt bei UN in Genf vor Attacken auf Gotteshäuser
Am 15. November 2019 (CNA Deutsch) rief ein Abgesandter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf dazu auf, religiöse Einrichtungen verstärkt zu schützen, und bezeichnete Attacken darauf als „unmoralisch“.
Erzbischof Ivan Jurkovic, der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen sowie weiteren internationalen Organisationen in Genf, hielt eine Rede auf der „Ersten Weltkonferenz zum Schutz religiöser Stätten“. Diese Konferenz, die gemeinsam von Saudi-Arabien, den Vereinten Nationen und der Initiative der Vereinten Nationen für die Allianz der Zivilisationen (UNAOC) unterstützt wurde, fand am 14. und 15. November in Genf und New York statt.
In seiner Ansprache betonte Jurkovic, dass Gotteshäuser zu den „am häufigsten attackierten Orten in bewaffneten Konflikten sowie durch Terroristen und Extremisten“ zählen.
Er erklärte, dass solche Angriffe „moralisch verwerflich“ seien. Weiterhin führte er aus: „Sie stellen auch ein Verbrechen dar, das gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen kann, insbesondere gegen die Haager Konvention von 1954 zum Schutz von Kulturgut in bewaffneten Konflikten.“
Der Erzbischof ergänzte, dass der Heilige Stuhl „jede Verurteilung von Attacken auf religiöse Einrichtungen, besonders jener, die in gewaltsamen Auseinandersetzungen stattfinden“, entschieden befürworte.
Erst im Vormonat ereignete sich am Jom Kippur ein Anschlag auf eine Synagoge in Halle, Deutschland. Im März 2019 forderten Angriffe auf zwei Moscheen in Christchurch, Neuseeland, 51 Todesopfer. Die Oster-Terroranschläge in Sri Lanka im April 2019 führten zu 259 Toten durch eine Serie von Bombenexplosionen in Kirchen und Hotels. Schon im Jahr 2010 kamen beim Übergriff auf die syrisch-katholische Kirche Unserer Lieben Frau der Erlösung in Bagdad über 50 Personen, darunter zwei Priester, ums Leben.
Jurkovic betonte die Unterstützung des Heiligen Stuhls für das Konzept einer „Kultur des Friedens“. Er ergänzte, dass dies „alle Angehörigen der menschlichen Gemeinschaft“ dazu auffordere, „ihren Glauben an die Menschenrechte auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit zu bekräftigen“.
Der Erzbischof schloss mit den Worten: „Die Achtung religiöser Stätten bedeutet Respekt vor den Gläubigen aller Religionen und vor ihrem Recht auf Leben.“
Bereits im Februar dieses Jahres hatte Papst Franziskus zusammen mit Scheich Ahmed el-Tayeb, dem Großimam der Al-Azhar-Moschee, ein „Dokument über die menschliche Brüderlichkeit für den Weltfrieden und das Zusammenleben“ unterzeichnet. Darin wurde festgehalten, dass „Angriffe auf Gotteshäuser“ als „ein Angriff auf Gott“ zu werten seien.
Papst Franziskus hatte zudem im Vormonat vorgeschlagen, den 4. Februar als „Internationalen Tag der menschlichen Brüderlichkeit“ zu begehen.