Thüringer Arbeitsmarkt: Trotz vieler Jobs Hürden für Ältere und Langzeitarbeitslose
Erfurt (dpa/th) – Der Arbeitsmarkt in Thüringen zeigt sich gespalten: Obwohl eine Vielzahl von Arbeitsplätzen unbesetzt bleibt, gestaltet sich die Jobsuche für bestimmte Gruppen, vor allem ältere Menschen und Langzeitarbeitslose, weiterhin schwierig. Dies geht aus aktuellen Angaben der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit vom Donnerstag hervor.
Im Mai 2024 verzeichnete der Freistaat 60.600 Arbeitslose, was einer Zunahme von 1.000 Personen gegenüber April und 1.400 im Vergleich zum Mai 2023 entspricht. Die Arbeitslosenquote erreichte 5,7 Prozent, ein Anstieg von 0,1 Prozentpunkten sowohl zum Vormonat als auch zum Vorjahr. Gleichzeitig sank die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen auf 17.100, was 1.200 weniger sind als im Vorjahreszeitraum.
Als besonders prekär erweist sich die Situation für Arbeitslose über 55 Jahre sowie für Langzeitarbeitslose. Im Mai zählte jede dritte arbeitslose Person zur Altersgruppe der über 55-Jährigen, die oft erhebliche Probleme bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt erfahren. Ähnlich hoch ist der Anteil der Langzeitarbeitslosen, von denen viele keine abgeschlossene Berufsausbildung besitzen und daher vor einer Arbeitsaufnahme zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen benötigen.
Die Bundesagentur für Arbeit beurteilt die aktuelle Entwicklung am Thüringer Arbeitsmarkt im Frühsommer als nicht ungewöhnlich. Für die kommenden Monate wird eine saisonal bedingte Verbesserung erwartet, und der Arbeitsmarkt behält trotz der genannten Herausforderungen seine Stabilität.
Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften bleibt stark, insbesondere in Branchen wie dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Handel, dem Gesundheits- und Sozialwesen, dem Baugewerbe sowie der Logistik.
Häufig sehen sich Arbeitssuchende jenseits der 50 mit Vorurteilen konfrontiert, die von mangelnden Qualifikationen oder befürchteten Leistungseinschränkungen herrühren, was ihre Einstellung erschwert. Die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe sowie die Zahl der Langzeitarbeitslosen zeigen einen Aufwärtstrend.
Ein weiteres Hindernis stellt die Tatsache dar, dass viele Langzeitarbeitslose keine formale Berufsausbildung besitzen, was ihre Jobsuche in einem zunehmend spezialisierten Arbeitsumfeld erschwert. Markus Behrens, der Leiter der Regionaldirektion, betonte: "Für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt sind Qualifizierung und Weiterbildung für diese Gruppe unerlässlich."