Jens Peick, der SPD-Bundestagsabgeordnete und Obmann seiner Fraktion im Arbeits- und Sozialausschuss, hat offen zugegeben, dass seine Partei bei der Einführung des Bürgergeldes einen „großen Fehler“ gemacht hat. Er kritisiert, dass die Sozialdemokraten die Neuregelung primär als eine Anhebung sozialer Leistungen präsentierten, was die öffentliche Diskussion maßgeblich prägte. Laut Peick wurde die Debatte um das Bürgergeld hauptsächlich von der Frage nach der Höhe der Regelsätze und den Zuverdienstmöglichkeiten für Geflüchtete bestimmt. Dies führte dazu, dass der eigentliche Kern und Zweck des Reformvorhabens in den Hintergrund geriet. Das primäre Ziel des Bürgergeldes – die Qualifizierung und nachhaltige Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt – sei in der öffentlichen Wahrnehmung zu kurz gekommen. Peick unterstrich die entscheidende Rolle der Jobcenter und forderte, diese als „Aktivierungsagenturen“ zu stärken. Es gehe darum, Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, anstatt sie nur administrativ zu betreuen. Hierzu nannte er konkrete positive Beispiele, in denen Personen nach langer Arbeitslosigkeit durch gezielte Weiterbildung und Unterstützung wieder eine feste Anstellung fanden. Diese Erfolgsgeschichten belegten das immense Potenzial der Jobcenter. Für die Zukunft fordert Peick, dass der Fokus wieder stärker auf die Aktivierung und Befähigung von arbeitsuchenden Menschen gelegt werden muss, um deren Potenziale zu erschließen und ihnen berufliche Perspektiven zu eröffnen. Bereits im Vorfeld der Bürgergeld-Einführung hatte Bundeskanzler Olaf Scholz eine ähnliche Linie vertreten, indem er die Notwendigkeit betonte, „dafür zu sorgen, dass mehr Menschen in Arbeit kommen“. Trotz der internen Kritik an der anfänglichen Kommunikation und den anhaltenden Diskussionen bleibt das Bürgergeld ein zentrales Thema in der deutschen Politik, insbesondere im Hinblick auf seine Wirksamkeit und die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt.