Google engagiert sich seit Längerem intensiv im Bereich der Fahrzeug-Infotainment-Systeme. Während Android Auto bereits etabliert ist, indem es Funktionen vom Smartphone auf den Fahrzeugbildschirm spiegelt, gewinnt das direkt im Auto verankerte Betriebssystem Android Automotive OS zunehmend an Bedeutung und steht bei Google verstärkt im Fokus. Wir haben bereits frühere Berichte über die Einführung von Android Automotive OS in Fahrzeugen wie dem Polestar 2 und neuen Volvo-Modellen veröffentlicht. Dies markiert jedoch lediglich den Anfang einer breiteren Akzeptanz. In den vergangenen Monaten haben sich zusätzliche Automobilhersteller wie Renault und Honda angeschlossen. Vor Kurzem verkündete Ford zudem, dass zukünftige Lincoln-Fahrzeuge ebenfalls auf dieses System setzen werden. Google unternimmt nun einen bedeutenden weiteren Schritt, indem es General Motors, einen der global führenden Automobilkonzerne, als Partner gewinnt. Künftige Modelle von Cadillac (beginnend mit dem Lyriq), ebenso wie von Chevrolet, GMC und Buick, werden künftig auf Android Automotive OS basieren. GM beabsichtigt, seine bisherigen proprietären Infotainment-Systeme vollständig durch Android Automotive OS zu ersetzen und somit eine einheitliche Systemlandschaft zu etablieren. Dies stellt einen erheblichen Erfolg für Google dar. Neben der Verbreitung bei verschiedenen Herstellern sind auch die erweiterten Nutzungsmöglichkeiten entscheidend. Künftig wird es nicht nur möglich sein, im Internet zu surfen, sondern auch Videos zu streamen; Google hat hierzu bereits YouTube-Integrationen im Fahrzeug demonstriert. Des Weiteren sind einfache Spiele geplant, die für kurzweilige Unterhaltung sorgen können. Dies sind lediglich erste Anwendungsbeispiele. Dies kennzeichnet auch den wesentlichen Unterschied zu Android Auto, bei dem eine Smartphone-Verbindung erforderlich ist. Bei Android Automotive OS ist alles direkt im Fahrzeug integriert: der Google Assistant, Google Maps und der Play Store sind unmittelbar verfügbar. Mit einem entsprechenden Datentarif verwandelt sich das Fahrzeug quasi in ein vernetztes Zuhause auf Rädern. Zunehmend erkennen Automobilhersteller, dass ihnen oft die notwendige Expertise und die Ressourcen fehlen, um ein modernes und leistungsfähiges Infotainment-System eigenständig zu entwickeln. Folglich entscheiden sie sich vermehrt für Google, um Kosten zu reduzieren und ein bereits bewährtes System anzubieten. Den Herstellern ist jedoch bewusst, dass dies auch die Preisgabe von Daten an Google bedeutet. Für Google stellt dies einen weiteren entscheidenden Schritt dar, um seine Position im Automobilsektor nachhaltig zu festigen. Nachdem Google bereits auf Smartphones (Android), Smartwatches (Wear OS) und im TV-Bereich (Android TV/Google TV) eine starke Präsenz aufgebaut hat, konzentriert sich das Unternehmen nun auch verstärkt auf den Automobilsektor. Es scheint, als sei Google auf dem besten Weg, diesen Markt in den kommenden Jahren zu dominieren.