Bettina Köster, Mitbegründerin der einflussreichen Frauen-Postpunk-Gruppe Malaria!, ist im Alter von 66 Jahren verstorben. Sie galt als eine der prägenden Persönlichkeiten der West-Berliner Musikszene der 1980er Jahre. Köster verstarb am 25. Oktober in ihrer Wohnung in Berlin-Mitte infolge einer Krebserkrankung. Sie wurde einen Tag zuvor, am 24. Oktober 1957, in West-Berlin geboren. Die Nachricht ihres Todes wurde von ihrer langjährigen Bandkollegin Gudrun Gut öffentlich gemacht. Bereits im Jahr 1979 rief sie gemeinsam mit Gudrun Gut und weiteren Musikerinnen die Formation Mania D. ins Leben, die später als Mona Mur bekannt wurde. Diese Gruppe zeichnete sich durch experimentelle Ansätze in Postpunk, Industrial und Avantgarde aus. Köster trug maßgeblich als Saxophonistin und Sängerin bei. Im Jahr 1981 gründeten Köster und Gut zusammen mit Christine Hahn, Manon P. Duursma und Susanne Kuhnke die wegweisende Band Malaria!. Sie absolvierten beachtete Auftritte, darunter auf der Documenta 7 in Kassel, und tourten international. Malaria! prägte den Sound der Neuen Deutschen Welle maßgeblich und war bekannt für ihre einzigartige Mischung aus düsteren Klängen, minimalistischen Rhythmen und Kösters charakteristischem Saxophonspiel. Ihr Einfluss reichte bis zu späteren Bands wie Stereolab und Peaches. Nach der Auflösung von Malaria! in den 1990er Jahren war Köster vielseitig tätig: Sie arbeitete als Schauspielerin (unter anderem in der "Lindenstraße"), als DJ und als Veranstalterin von Events. Eine Zeit lang lebte sie in New York, bevor sie nach Berlin zurückkehrte. Köster hinterlässt ein bemerkenswertes musikalisches Erbe, insbesondere als Pionierin des weiblichen Postpuks und als Sinnbild für die kreative Energie und den rebellischen Geist des damaligen West-Berlins.