Ypsomed-CEO Simon Michel: Lokale Produktion in China als strategische Notwendigkeit
Simon Michel, der CEO des Medizintechnikkonzerns Ypsomed, hat in einem Interview verdeutlicht, dass die Notwendigkeit, Produktionskapazitäten direkt in China aufzubauen, für sein Unternehmen immer offensichtlicher wurde. Diese strategische Ausrichtung ist eine Reaktion auf die sich wandelnden Marktbedingungen und geopolitischen Realitäten, die eine verstärkte lokale Präsenz im Reich der Mitte als unerlässlich erscheinen lassen.
Michel erläuterte, dass die Entscheidung nicht über Nacht getroffen wurde, sondern das Ergebnis einer fortlaufenden Analyse des chinesischen Marktes und seiner Anforderungen ist. Früher konzentrierte sich Ypsomed auf den Export von in der Schweiz produzierten medizinischen Injektionssystemen nach China. Doch die Rahmenbedingungen haben sich grundlegend geändert. Nationale Förderprogramme und die Bestrebungen Pekings zur Stärkung der heimischen Industrie bedeuten, dass ausländische Unternehmen, die in China erfolgreich sein wollen, zunehmend lokale Wertschöpfung demonstrieren müssen.
Ein wesentlicher Treiber für die Lokalisierungsstrategie ist die Forderung nach einer größeren Unabhängigkeit und Resilienz in den Lieferketten, die durch globale Ereignisse wie Pandemien und geopolitische Spannungen immer wieder offengelegt wurde. Die Gefahr von Handelsbarrieren und Unterbrechungen macht eine Produktion vor Ort attraktiv, um die Versorgungssicherheit für den chinesischen Markt zu gewährleisten und gleichzeitig regulatorische Hürden effektiver zu nehmen.
Des Weiteren ermöglichen lokale Fertigungsstätten eine höhere Flexibilität und schnellere Anpassung an spezifische Kundenbedürfnisse und Markttrends in China. Dies schliesst auch die Entwicklung von Produkten ein, die explizit auf die Anforderungen des chinesischen Gesundheitssystems zugeschnitten sind. Michel betonte, dass eine starke lokale Verankerung nicht nur den Marktzugang erleichtert, sondern auch das Vertrauen der chinesischen Partner und Kunden stärkt.
Die Investition in eine chinesische Produktionsstätte ist ein klares Bekenntnis Ypsomeds zum Wachstumsmarkt China und ein Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern. Trotz der anfänglichen Herausforderungen und des erheblichen Investitionsbedarfs sieht Michel darin eine unabdingbare Voraussetzung, um im immer anspruchsvolleren und dynamischeren chinesischen Medizintechniksektor erfolgreich zu bleiben.