Wiens Hundepopulation wächst stetig an
Wien verzeichnet einen kontinuierlichen Zuwachs an gemeldeten Hunden. Ende 2023 waren in der Stadt rund 80.000 Hunde registriert, was eine deutliche Steigerung gegenüber den etwa 55.000 Tieren im Jahr 2010 darstellt. Dies bedeutet, dass statistisch gesehen auf jeden 24. Einwohner Wiens ein Hund kommt.
Dieser Trend spiegelt die steigende Beliebtheit von Hunden als Begleiter wider, ein Phänomen, das besonders durch die sogenannte „Corona-Hunde“-Zeit während der Pandemie verstärkt wurde.
Der Anstieg der Hundezahlen bringt jedoch auch Herausforderungen für das Zusammenleben in der dicht besiedelten Stadt mit sich. Es kommt vermehrt zu Konflikten zwischen Hundebesitzern und anderen Stadtbewohnern, und der Bedarf an geeigneten Freiflächen für die Tiere wird immer dringender.
Obwohl die Mehrheit der Hundehalter verantwortungsbewusst agiert und den Hundekot ordnungsgemäß entsorgt, bleibt dies in einigen Bereichen ein Problem. Im öffentlichen Raum, abseits speziell ausgewiesener Zonen, müssen Hunde grundsätzlich an der Leine geführt oder einen Maulkorb tragen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt die Stadt Wien auf verschiedene Lösungsansätze. Aktuell stehen 204 Hundeauslaufzonen zur Verfügung, die eine Gesamtfläche von etwa 1,5 Millionen Quadratmetern umfassen. Weitere solcher Zonen sind in Planung, und die Einrichtung eines großen Hundeparks am Gänsehäufel wird ebenfalls diskutiert.
Zusätzlich werden im Rahmen von „Dialog mit Hundezonen“-Veranstaltungen Anliegen besprochen und das gemeinsame Miteinander gefördert. Die Magistratsabteilung 22 (Umweltschutz) startet zudem eine Informationskampagne, um auf die Bedeutung einer verantwortungsvollen Hundehaltung hinzuweisen.
In Wien sind alle Hunde meldepflichtig und eine Hundeabgabe ist obligatorisch. Seit 2019 ist für Erstbesitzer sowie für Halter bestimmter Rassen der Wiener Hundeführerschein verpflichtend.
Josef Thon von der MA 22 betont die Notwendigkeit, dass Hundebesitzer ihrer Verantwortung gerecht werden, besonders in einer Großstadt. Er weist darauf hin, dass ein Hund gut sozialisiert sein und die Halter über die geltenden Regeln informiert sein sollten.
Ute Blaha, Vertreterin tierfreundlicher Parteien, plädiert für die Schaffung von mehr Freiflächen und größeren Auslaufzonen, da die bestehenden Angebote nicht ausreichend seien.
Barbara Reicher vom Verein „Hundefreunde“ erkennt die Schwierigkeiten an, unterstreicht aber auch die positiven Effekte, die Hunde auf ihre Besitzer haben können, etwa als soziale Unterstützung und Stressminderer. Ihr Ziel ist es, praktikable Lösungen zu finden, die allen Beteiligten zugutekommen.
Mit diesen Maßnahmen verfolgt die Stadt Wien das Ziel, ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Tier zu ermöglichen und gleichzeitig den Bedürfnissen der wachsenden Hundepopulation gerecht zu werden.