Wegner kritisiert Forderung nach autofreiem Berlin als Spaltung und Grenzüberschreitung
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat die Bürgerinitiative „Berlin autofrei“ scharf kritisiert. Er bezeichnete die Forderung nach einer weitgehend autofreien Innenstadt als grenzüberschreitend und spaltend.
„Aus meiner Sicht ist die Forderung nach einer autofreien Innenstadt eine, die Berlin entzweit und Menschen gegeneinander aufbringt“, erklärte der CDU-Politiker am Montag dem rbb24 Inforadio. Eine solche Politik, so Wegner weiter, führe Berlin nicht voran.
Der Bürgermeister betonte die Notwendigkeit einer umfassenden Verkehrswende, die sämtliche Verkehrsmittel – Pkw, öffentlichen Personennahverkehr, Fahrrad und Fußgänger – gleichermaßen berücksichtigt. Er plädierte für die Entwicklung smarter und intelligenter Lösungen anstelle radikaler Maximalforderungen.
Die Initiative „Berlin autofrei“ strebt an, den Großteil des motorisierten Individualverkehrs aus dem Gebiet innerhalb des S-Bahn-Rings zu verbannen. Geplante Ausnahmen umfassen Einsatzfahrzeuge, Abfallentsorgung, Taxen sowie Personen mit eingeschränkter Mobilität. Über diesen Vorschlag soll im Jahr 2024 per Volksentscheid abgestimmt werden.
Wegner charakterisierte das Vorhaben als eine „rein auf Verbote setzende Politik“. Er hob hervor, dass das Auto für viele Menschen, darunter Pendler, Handwerker und Gewerbetreibende, eine unverzichtbare Rolle spiele. Eine Verkehrswende möchte er „im Einklang mit den Bürgern erreichen, nicht gegen sie und nicht durch Verbote“.