Am Dienstag traten Hunderte Angestellte des IT-Logistikspezialisten Avnet Logistics in Poing nahe München in einen ganztägigen Warnstreik. Ihr Protest richtet sich gegen die beabsichtigte Stilllegung des Betriebs bis Ende 2026, eine Maßnahme, die etwa 300 Arbeitsplätze bedroht. Die Industriegewerkschaft Verdi verlangt die Erstellung eines Sozialplans sowie Gespräche über mögliche Alternativen zur geplanten Schließung. Der Arbeitsausstand, der in den frühen Morgenstunden um 5:00 Uhr begann und sich bis zum späten Nachmittag erstreckte, führte zu erheblichen Beeinträchtigungen im Betriebsablauf. Nach Angaben von Verdi-Sprecher Norbert Flach nahmen nahezu alle der ungefähr 300 betroffenen Mitarbeiter an der Protestaktion teil. Avnet Logistics, ein Tochterunternehmen des US-amerikanischen IT-Vertriebs Avnet, hat sich auf die Lagerung und Distribution von IT-Bauteilen spezialisiert. Mitte Mai informierte die Unternehmensleitung über ihre Absicht, den Standort Poing bis Ende 2026 aufzugeben. Begründet wurde dieser Schritt mit einer 'strategischen Neuorientierung' sowie der 'Optimierung der Logistikstrukturen auf europäischer Ebene'. Verdi übt scharfe Kritik an dieser Entscheidung und appelliert an Avnet, seiner sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Flach betonte: 'Es ist inakzeptabel, dass ein rentables Unternehmen einfach einen Standort schließt und seine Belegschaft entlässt.' Die Gewerkschaft Verdi hat die Geschäftsführung zu Gesprächen aufgefordert, um über einen angemessenen Sozialplan für die betroffenen Angestellten zu verhandeln und gegebenenfalls Optionen zur Erhaltung des Standortes zu evaluieren. Sollten diese Verhandlungen ergebnislos bleiben, werden weitere Arbeitskampfaktionen in Aussicht gestellt.