Waffenfrachter auf Syrien-Kurs: London droht mit Kaperung eines russischen Schiffs
Ein angeblich mit Waffen beladener russischer Frachter soll sich auf dem Weg nach Syrien befinden. Die britische Hauptstadt London erwägt nun die Beschlagnahme des Schiffs. Für die Besatzung an Bord scheint dies keine erfreuliche Entwicklung zu sein.
Ein mit Rüstungsgütern beladenes russisches Frachtschiff soll im Ärmelkanal gesichtet worden sein, mit dem Ziel, Syrien zu erreichen. Laut Berichten der "Daily Mail" hat die britische Regierung erklärt, das Schiff zu entern, sofern die Vereinten Nationen eine solche Maßnahme genehmigen. Das britische Militär bereitet sich auf diesen Fall vor.
Die "MV Chariot" wurde offenbar am Montagabend in der Nähe von Dover lokalisiert. Der genaue Aufenthaltsort des Schiffs und die Reaktion der russischen Regierung sind derzeit unklar. Nicht bestätigte Informationen deuten darauf hin, dass das Schiff möglicherweise Kampfhubschrauber und Flugabwehrraketen transportiert.
Die Situation ist für die Matrosen an Bord ungünstig. Nach unbestätigten Meldungen lief das Schiff kürzlich aus einer russischen Exklave an der Küste zwischen Polen und Litauen aus. Die Route soll angeblich nach Syrien führen. Die UN hat aufgrund der bürgerkriegsähnlichen Zustände in Syrien ein Waffenembargo verhängt.
Der Fall des Frachters "Chariot" ist nicht der erste Vorfall, bei dem ein russisches Schiff mit einer syrischen Fracht auf Schwierigkeiten stieß. Bereits im November des Vorjahres musste ein russisches Schiff mit 60 Tonnen Munition auf dem Weg nach Syrien in den Hafen zurückkehren, nachdem ein Frachtunternehmen die Versorgung eingestellt hatte. Dem damaligen Schiff, der „Professor Katzmann“, wurde angeblich vom britischen Außenminister William Hague mit Sanktionen gedroht.