Oliver Blume, der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, hat Elemente der chinesischen Planwirtschaft positiv bewertet und betrachtet sie in bestimmten Aspekten als mögliches Modell für die deutsche Industrie. Gemäß einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FASZ) hob Blume besonders die zügige Entscheidungsfindung und Umsetzung von Maßnahmen in der Volksrepublik hervor. Als Beispiele nannte er hierfür Großprojekte wie den Bau von Hochgeschwindigkeitsbahnnetzen oder die Installation von Ladesäuleninfrastrukturen für Elektrofahrzeuge. Der VW-Chef stellte klar, dass es nicht darum ginge, das gesamte System zu adaptieren. Er äußerte sich dahingehend: "Wir können uns aber mit Sicherheit einiges abschauen, beispielsweise wenn es um die Geschwindigkeit von Planung, Genehmigung und Realisierung geht". Blume thematisierte ebenfalls die intensive Wettbewerbssituation durch chinesische Marken auf dem Markt für Elektrofahrzeuge. Im Gespräch mit der FASZ bemerkte er: "Sie sind außerordentlich stark, besonders innerhalb ihrer eigenen Ökosysteme. Wir registrieren diesen Wettbewerb, und das ist förderlich, da er uns zu Spitzenleistungen anspornt." Volkswagen tätigt beträchtliche Investitionen in China, darunter 2,5 Milliarden Euro für die Errichtung eines neuen Entwicklungs- und Beschaffungszentrums in Hefei. Der Konzern verfolgt das Ziel, seine China-Strategie unter dem Motto "speed up China" zügig voranzutreiben. Blume hatte bereits früher wegen vergleichbarer Aussagen Kritik auf sich gezogen. Beispielsweise hatte er im März die Kooperation mit den chinesischen Behörden gelobt und dabei betont, dass Volkswagen keine Hinweise auf Zwangsarbeit in der Region Xinjiang feststellen konnte.