VKI ernennt neuen Präsidenten: Fokus auf hohe Lebensmittelpreise
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat am Dienstag einen Führungswechsel vollzogen: Andreas Grünbichler, zuvor Vizepräsident des VKI, wurde von den Mitgliedsorganisationen zum neuen Präsidenten gewählt. Er übernimmt das Amt von Franz Floss, der nach elf Jahren seine Funktion niederlegt. Grünbichler signalisierte seine Absicht, sich vehement gegen die aktuellen hohen Lebensmittelpreise zu engagieren.
Grünbichler fungiert seit 2013 als Vizepräsident und seit 2021 als Geschäftsführer des VKI. Er beabsichtigt, sich weiterhin auf etablierte Kernbereiche wie Preistransparenz, die Bekämpfung von irreführender Umweltwerbung ("Greenwashing") sowie intransparenter Algorithmen zu konzentrieren. Die anhaltend hohen Lebensmittelpreise betrachtet er als eine vorrangige neue Aufgabe. In diesem Zusammenhang forderte er die Lebensmittelhandelsketten auf, Preissteigerungen im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher kritisch zu prüfen.
„Es ist inakzeptabel, dass die Gewinnmargen der Lebensmittelhändler überproportional anwachsen, während Verbraucherinnen und Verbraucher kaum Transparenz darüber haben, wer die Preise festlegt und nach welchen Kriterien“, äußerte Grünbichler. Er sprach sich für eine fundiertere Einsicht in die Preisbildungsprozesse im Lebensmitteleinzelhandel aus, um potenzielle Ungerechtigkeiten aufzudecken. Zu diesem Zweck sollen vertiefte Analysen, die die Rolle großer Konzerne und globaler Preisentwicklungen beleuchten, intensiviert werden.
Die Diskussion über erhöhte Lebensmittelpreise hat in den vergangenen Jahren wiederholt an Bedeutung gewonnen. Diverse Erhebungen, beispielsweise der Arbeiterkammer (AK) oder der Bundeswettbewerbsbehörde, belegen, dass die Preiszuwächse in Österreich ausgeprägter waren als in zahlreichen anderen europäischen Staaten. Des Weiteren fielen Vergleiche der Preisniveaus mit angrenzenden Ländern für Österreich häufig ungünstig aus.
Obwohl sich die Konsumentenpreise im Lebensmittelsektor in den letzten Monaten geringfügig beruhigt haben, verbleibt das Preisniveau nach Einschätzung des VKI weiterhin hoch. Auch die Kosten für Gastronomiebesuche sind erheblich gestiegen und weisen bislang wenig Anzeichen einer Entspannung auf.