Nach seiner Wiederwahl hat der venezolanische Präsident Nicolás Maduro die Zusammensetzung seines neuen Kabinetts bekannt gegeben, welches sich aus einer Mischung von Experten und entschlossenen Unterstützern zusammensetzt. Diese Auswahl deutet darauf hin, dass Maduro beabsichtigt, sowohl pragmatische Ansätze zur Bewältigung der Wirtschaftskrise zu verfolgen als auch die Kontrolle und Loyalität innerhalb seiner Regierung zu stärken. Das entscheidende Wirtschaftsministerium übernimmt Jorge Rodríguez, ein ehemaliger Bürgermeister von Caracas und ein enger Vertrauter des Präsidenten. Seine Berufung wird als Versuch interpretiert, die stark angeschlagene Wirtschaft des Landes mit innovativen Maßnahmen zu stabilisieren. Rodríguez ist bekannt für seine strategischen Fähigkeiten, gilt aber auch als bedingungsloser Anhänger von Maduros politischer Linie. Für das Außenministerium bleibt Delcy Rodríguez, die Schwester von Jorge Rodríguez und ebenfalls eine überzeugte Anhängerin Maduros, im Amt. Ihre bekannte scharfe Rhetorik gegenüber den Vereinigten Staaten und anderen Kritikern der venezolanischen Regierung signalisiert Maduros Absicht, den eingeschlagenen konfrontativen außenpolitischen Kurs beizubehalten. Im Verteidigungsministerium behält General Vladimir Padrino López seine Position bei. Dies unterstreicht die weiterhin zentrale und unverzichtbare Rolle des Militärs im Machtgefüge Maduros. Padrino López ist ein Garant für die Loyalität der Streitkräfte gegenüber dem aktuellen Regime. Zusätzlich hat Maduro neue Ressorts ins Leben gerufen, darunter Ministerien für urbane Landwirtschaft sowie für Jugend und Sport. Diese sollen einerseits direkte Dienstleistungen für die Bevölkerung bereitstellen und andererseits die Basis seiner Anhängerschaft mobilisieren. Das frisch ernannte Kabinett steht vor gewaltigen Aufgaben: Es muss sich mit Hyperinflation, extremen Engpässen bei Nahrungsmitteln und Medikamenten, steigender Kriminalität und internationaler Isolation auseinandersetzen. Maduros Strategie scheint darauf abzuzielen, fachliche Kompetenz (durch Technokraten) mit politischer Härte (durch Hardliner) zu verbinden, um diese Krisen zu meistern und seine eigene Machtposition zu festigen. Kritiker äußern jedoch Zweifel, ob diese Regierungszusammenstellung die dringend notwendigen grundlegenden Veränderungen für das Land tatsächlich herbeiführen kann.