Vatikan und Pentagon weisen Bericht über angebliche Einflussnahme zurück
Sowohl der Vatikan als auch das Pentagon haben Berichte über eine angebliche gemeinsame Geheimoperation, die im Jahr 1948 auf die italienischen Wahlen Einfluss genommen haben soll, vehement dementiert. Ein Sprecher des Vatikans bezeichnete die im 'Zeit-Magazin' erhobenen Anschuldigungen als 'reine Phantasie'. Gleichzeitig bestritt eine Sprecherin des Pentagons, dass das US-Verteidigungsministerium überhaupt in der Lage gewesen wäre, sich an einer solchen Kampagne zu beteiligen.
Dem Bericht des 'Zeit-Magazins' zufolge, der sich auf unveröffentlichte Dokumente des US-Militärgeheimdienstes CIG beruft, soll das Pentagon gemeinsam mit Papst Pius XII. und der katholischen Kirche versucht haben, einen Wahlsieg der Kommunisten in Italien zu verhindern. Angeblich wurden dabei Millionen Dollar in die italienische Staatskasse eingeschleust und propagandistische Radiobotschaften verbreitet, um die Wähler von der kommunistischen Partei fernzuhalten. Diese Bemühungen, so der Artikel, hätten entscheidend dazu beigetragen, dass die Kommunistische Partei in Italien 1948 eine Niederlage erlitt und nur 31 Prozent der Stimmen erhielt, während die Christdemokraten mit 48 Prozent die Mehrheit errangen.
Das CIG war eine Vorgängerorganisation der CIA, die nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Kommando von Präsident Harry S. Truman ins Leben gerufen wurde. Die in dem Artikel zitierten Dokumente, deren Echtheit und Inhalt nun von den beteiligten Parteien bestritten werden, werfen ein neues Licht auf die Geheimdienstaktivitäten und politischen Strategien der Nachkriegszeit.