US-Firma Lyten plant Hightech-Batterieproduktion in Heide mit 3D-Graphen-Technologie
Das US-amerikanische Technologieunternehmen Lyten beabsichtigt, die Produktion von Batteriezellen am ehemaligen Customcells-Standort in Heide (Kreis Dithmarschen) wiederaufzunehmen. Dabei soll eine fortschrittliche 3D-Graphen-Technologie zum Einsatz kommen, wie aus Verhandlungskreisen bekannt wurde. Die Gespräche mit dem Land Schleswig-Holstein befinden sich in einem weit fortgeschrittenen Stadium und werden von allen Beteiligten als vielversprechend eingestuft, wie auch eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums bestätigte.
Lyten plant, in Heide nicht nur herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien herzustellen, sondern auch seine proprietären LytCell-Batterien. Diese speziellen Energiespeicher, basierend auf dem innovativen 3D-Graphen, versprechen eine hohe Energiedichte und verbesserte Sicherheit. Anfänglich sind sie primär für anspruchsvolle Premium-Anwendungen vorgesehen, darunter die Luft- und Raumfahrt, die Verteidigungsindustrie sowie medizinische Geräte.
Der Standort in Heide bietet nach der Insolvenz von Customcells eine bereits vorhandene Infrastruktur und Zugang zu qualifiziertem Fachpersonal. Bernd Bösche, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein (WTSH), äußerte sich optimistisch bezüglich der Ansiedlungsbemühungen. Er betonte, dass die Region Dithmarschen bereits in der Vergangenheit bewiesen habe, dass sie industrielle Projekte dieser Größenordnung erfolgreich umsetzen kann.
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen unterstrich die strategische Bedeutung der Batteriezellenproduktion für das Land und lobte das Innovationspotenzial von Lyten. Er hob hervor, dass die Landesregierung die Ansiedlung eines Herstellers mit einer derart zukunftsweisenden Technologie sehr begrüße und aktiv unterstütze.
Lyten, das bereits einen Fertigungsstandort in den USA betreibt, zielt mit der geplanten Expansion in Heide auf den europäischen Markt ab. Die Technologie des Unternehmens wird in Fachkreisen als potenzieller „Gamechanger“ betrachtet, da sie Graphen dreidimensional nutzbar macht und somit neue Möglichkeiten in der Energiespeicherung eröffnet. Die Realisierung dieses Projekts würde nicht nur neue Arbeitsplätze schaffen, sondern auch den Technologie- und Industriestandort Schleswig-Holstein maßgeblich stärken.
Obwohl die sogenannte „Due Diligence“, also die sorgfältige Prüfung des Vorhabens, noch nicht vollständig abgeschlossen ist, deuten alle Anzeichen auf einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen hin. Es wird erwartet, dass damit ein Neuanfang gelingen kann, nachdem der vorherige Betreiber Customcells trotz erheblicher öffentlicher Förderungen in finanzielle Schwierigkeiten geraten und insolvent geworden war. Lyten will nun auf dieser Basis aufbauen und eine langfristige und nachhaltige Produktion etablieren.