Unionspolitiker Spahn signalisiert Offenheit für Mehrwertsteuerbefreiung auf Grundnahrungsmittel
Angesichts der anhaltend hohen Teuerungsraten, insbesondere im Lebensmittelsektor, zeigt sich der CDU-Politiker Jens Spahn bereit, eine Diskussion über die vollständige Abschaffung der Mehrwertsteuer auf essenzielle Lebensmittel zu führen. Dies geht aus einem Bericht des stern hervor.
Im Dezember verzeichneten die Lebensmittelpreise einen deutlichen Anstieg von 6,9 Prozent. Diese Preisentwicklung stellt für zahlreiche Haushalte, insbesondere für Geringverdiener, Alleinerziehende und Rentner, eine erhebliche finanzielle Belastung dar, wie Spahn hervorhebt. Er fügte hinzu, dass eine solche Maßnahme zwar keine alleinige Lösung darstelle, aber als Bestandteil eines breiteren Entlastungspakets, welches auch Energiepreisbremsen umfassen könnte, betrachtet werden sollte.
Zuvor hatte bereits die Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU einen vergleichbaren Vorschlag unterbreitet. Christoph Ploß, der Generalsekretär dieser Vereinigung, forderte eine temporäre Absenkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel auf null Prozent sowie eine generelle Reduzierung der Mehrwertsteuersätze für Lebensmittel. Als Begründung nannte er die Dringlichkeit, einkommensschwache Haushalte zu entlasten.
Andere europäische Staaten haben bereits ähnliche Initiativen ergriffen. So hat Spanien beispielsweise die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel von vier auf null Prozent gesenkt.
Die aktuelle Bundesregierung, bestehend aus SPD, Grünen und FDP, lehnt eine solche Maßnahme bislang ab. Hauptargumente sind dabei die Ungewissheit, ob die Preissenkungen tatsächlich beim Endverbraucher ankommen oder stattdessen die Gewinnmargen der Unternehmen erhöhen. Des Weiteren wird kritisiert, dass eine solche Herangehensweise nach dem "Gießkannenprinzip" zu unspezifisch sei und nicht gezielt genug wirke.
Auch innerhalb der Regierungsparteien gibt es Skepsis. Achim Post, Finanzexperte der SPD, äußerte Bedenken, dass eine Streichung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungittel das fundamentale Inflationsproblem nicht lösen würde. Christoph Meyer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP, äußerte ebenfalls Zweifel, ob die Maßnahme nicht vorrangig den Handelsunternehmen zugutekäme. Dieter Janecek, der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen, plädierte stattdessen für eine Stärkung der Verbraucherrechte, um überhöhten Preisforderungen entgegenzuwirken.