Der frühere US-Präsident Donald Trumps Ansatz in der Handelspolitik war massgeblich von einer aggressiven Anwendung von Zöllen geprägt. Seine erklärten Ziele waren, globale Handelsungleichgewichte zu korrigieren, die heimische Industrie zu stärken und Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten zurückzugewinnen. Eine detaillierte Untersuchung der Auswirkungen dieser «America First»-Handelsagenda zeigt jedoch ein nuanciertes Bild hinsichtlich der tatsächlichen Erreichung dieser ambitionierten Vorgaben. Ab 2018 führte die Trump-Administration umfangreiche Zölle ein, die sich primär gegen chinesische Importe richteten, aber auch Stahl- und Aluminiumprodukte aus verbündeten Ländern betrafen. Diese Massnahmen sollten andere Nationen dazu bewegen, aus amerikanischer Sicht fairere Handelsabkommen zu schliessen, und inländische Wirtschaftszweige vor ausländischer Konkurrenz schützen. Eines der Hauptziele war die Reduktion des chronischen US-Handelsdefizits. Entgegen den Erwartungen sank das Handelsungleichgewicht unter dem Zollregime jedoch nicht wesentlich. Vielmehr verschob sich das Defizit mitunter von einem Land zum anderen, während der Gesamtumfang oft stabil blieb oder sogar anstieg. Dies deutet darauf hin, dass die Zölle die globalen Handelsströme nicht grundlegend in der gewünschten Weise veränderten. Die ökonomische Last der erhobenen Zölle wurde mehrheitlich von amerikanischen Akteuren getragen. US-Importeure absorbierten die erhöhten Kosten, die in vielen Fällen durch höhere Preise an die Konsumenten weitergegeben wurden. Dies wirkte sich faktisch wie eine Steuer auf amerikanische Haushalte und Unternehmen aus, was die Kaufkraft minderte und die Betriebsausgaben erhöhte. Während bestimmte Sektoren, wie die heimische Stahlindustrie, anfangs einen gewissen Schutz und eine leichte Belebung erfuhren, waren viele andere Branchen mit erheblichen Nachteilen konfrontiert. Vergeltungszölle von Ländern wie China trafen beispielsweise die US-Landwirtschaft hart, und Hersteller, die auf importierte Komponenten angewiesen waren, sahen sich mit gestiegenen Inputkosten konfrontiert, was ihre Wettbewerbsfähigkeit schwächte. Ein zentrales Versprechen war die Wiederbelebung der amerikanischen Fertigungsindustrie und die Rückverlagerung von Arbeitsplätzen aus dem Ausland. Doch die Zölle erzielten nur begrenzten Erfolg bei einer substanziellen «Reshoring» von Produktionsstätten. Faktoren wie Automatisierung und die komplexe Natur globaler Lieferketten erwiesen sich als einflussreicher für die Standortwahl der Produktion als Zollschranken. Die Zölle führten unbestreitbar zu Störungen in den globalen Lieferketten. Unternehmen versuchten, Risiken durch eine Diversifizierung ihrer Bezugsquellen zu minimieren. Dies resultierte jedoch oft in einer Verlagerung der Produktion von China in andere kostengünstige asiatische Länder und nicht in einer signifikanten Rückverlagerung in die Vereinigten Staaten. Das globale Handelssystem erlebte eine Phase erhöhter Unsicherheit und Fragmentierung. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine umfassende Bewertung von Trumps Zollpolitik zeigt, dass diese ihre ehrgeizigen Ziele grösstenteils verfehlte. Obwohl sie erhebliche Reibungen verursachte und ökonomische Kosten mit sich brachte, gelang es ihr nicht, Handelsbilanzen fundamental zu verändern, die Zahl der heimischen Fertigungsarbeitsplätze signifikant zu steigern oder die Handelsbedingungen wie beabsichtigt zu verbessern. Stattdessen führte sie primär zu höheren Kosten für amerikanische Konsumenten und Unternehmen sowie zu einer erhöhten Volatilität im Welthandel.