Für das kommende Jahr prognostiziert die Forschung des Ifo-Instituts ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent für Thüringen, was eine leichte Überperformance gegenüber dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 1,1 Prozent bedeuten würde. Diese Zahlen wurden am Dienstag vom Thüringer Wirtschaftsministerium veröffentlicht. Im laufenden Jahr wird die Wirtschaftsleistung Thüringens voraussichtlich um 0,4 Prozent zunehmen, was knapp unter dem Bundeswert von 0,5 Prozent liegt. Der prognostizierte Aufschwung für 2025 wird primär auf eine Belebung des internationalen Handels sowie eine stärkere inländische Nachfrage zurückgeführt. Obwohl sich die Energiepreise voraussichtlich stabilisieren werden, stellen Faktoren wie die anhaltend hohe Inflation, erhöhte Zinsen und der Mangel an qualifiziertem Personal weiterhin Bremsen für die wirtschaftliche Entwicklung dar. Nicht zu vergessen sind die externen Unsicherheiten, insbesondere durch den Konflikt in der Ukraine. Die thüringische Ökonomie hat sich über viele Jahrzehnte hinweg im Durchschnitt langsamer entwickelt als der deutsche Gesamtwert, auch wenn es vereinzelt Jahre mit starkem Wachstum gab. Minister Wolfgang Tiefensee identifizierte als Ursachen eine unzureichende Investitionstätigkeit und einen zu trägen Transformationsprozess. Er betonte, dass Thüringen insgesamt seine Innovationskraft und Produktivität steigern müsse. Dies erfordere laut Tiefensee eine strategisch ausgerichtete Industriepolitik sowie gezielte Investitionen in zukunftsorientierte Bereiche wie die Halbleiterfertigung. Im Kontext des demografischen Wandels sei in Thüringen, anders als in einigen westdeutschen Regionen, kein nennenswertes Bevölkerungswachstum zu erwarten, was potenziell die Binnennachfrage beeinflussen könnte. Aus diesem Grund hob Tiefensee die Notwendigkeit von Initiativen zur Sicherung und Gewinnung von Fachkräften hervor.