Testamentsvollstrecker unterschlägt Bitcoin-Erbe und steht unter Verdacht der Steuerhinterziehung
Ein 62-jähriger Mann aus dem Landkreis Ludwigsburg wird beschuldigt, ein Bitcoin-Erbe unterschlagen und zudem Steuern hinterzogen zu haben. Als ernannter Testamentsvollstrecker soll der Beschuldigte nach dem Tod des Erblassers 130 Bitcoins, die zu diesem Zeitpunkt einen Wert von etwa 4,5 Millionen Euro darstellten, von der digitalen Geldbörse des Verstorbenen auf sein persönliches Konto verschoben haben. Dies gaben Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag bekannt.
Die rechtmäßige Begünstigte dieses Vermögens ist eine gemeinnützige Stiftung. Der Mann verweigerte angeblich die Übertragung der Bitcoins an die Stiftung sowie deren Offenlegung und soll die digitalen Vermögenswerte auch den Finanzbehörden nicht gemeldet haben.
Nachdem Hinweise auf diese mutmaßlichen Vergehen bekannt wurden, nahmen die Staatsanwaltschaft Stuttgart und die Kriminalpolizei Ludwigsburg entsprechende Ermittlungen auf. Der besagte Testamentsvollstrecker wurde am Montagmorgen in Gewahrsam genommen. Im Rahmen der Ermittlungen wurden sowohl seine Wohnung als auch sein Büro durchsucht.
Hierbei wurden verschiedene Beweismittel, darunter auch Datenträger, beschlagnahmt. Am Dienstag erfolgte die Vorführung des 62-Jährigen vor einem Richter. Er wurde unter bestimmten Auflagen, wie einer regelmäßigen Meldepflicht, aus der Haft entlassen. Diese Auflagen dienen dazu, eine mögliche Flucht des Mannes oder die Vernichtung relevanter Beweismittel zu unterbinden. Die strittigen Bitcoins wurden zwischenzeitlich gesichert und auf eine staatlich verwaltete digitale Geldbörse transferiert. Die Untersuchungen in diesem Fall sind weiterhin im Gange.