Eine aktuelle Analyse der Stiftung Warentest offenbart, dass deutsche Finanzinstitute kaum in internationale Rüstungsunternehmen investiert sind. Diese Befunde, veröffentlicht in der „Finanztest 11/2023“, stehen in gewissem Kontrast zu früheren Berichten, die eine umfangreichere Beteiligung deutscher Banken am globalen Waffenhandel nahelegten. Im Jahr 2012 hatte eine Untersuchung von Facing Finance und urgewald noch eine beträchtliche Verwicklung deutscher Kreditgeber in internationale Waffengeschäfte festgestellt. Damals wurde ein Gesamtvolumen von etwa 23 Milliarden Euro an Krediten und Anleihen deutscher Banken, die Rüstungsfirmen zugutekamen, beziffert. Die jüngste Studie der Stiftung Warentest konzentriert sich auf 14 führende deutsche Banken und deren direkte Kapitalbeteiligungen an den 15 weltweit größten Rüstungskonzernen. Dabei wurden Anteile an Aktien, Anleihen und Unternehmenskrediten als Messgrößen herangezogen. Das Resultat ist eindeutig: „Die deutschen Banken halten sich weitgehend zurück“, so die offizielle Pressemitteilung. Lediglich die DekaBank und Union Investment weisen geringfügige direkte Beteiligungen an Rüstungskonzernen auf, wobei die DekaBank an drei und Union Investment an fünf Firmen beteiligt ist. Die Stiftung Warentest hebt jedoch selbst eine wesentliche Einschränkung hervor: Die Analyse erfasst ausschließlich direkte Investments. Indirekte Beteiligungen, beispielsweise über Fondsanteile anderer Banken oder breit aufgestellte Aktienfonds, wurden nicht berücksichtigt. „So kann es vorkommen, dass Anleger mit ihrem Depot über einen anderen Anbieter doch an einem der großen Rüstungskonzerne beteiligt sind“, warnt die Stiftung. Diese methodische Beschränkung ist von Bedeutung, da sie die Vergleichbarkeit mit der Facing Finance/urgewald-Studie von 2012 erschwert. Die frühere Untersuchung verwendete eine umfassendere Definition von Rüstungsfirmen und schloss eine größere Bandbreite an Finanzprodukten ein, während die aktuelle Studie einen fokussierteren Ansatz verfolgt. Obwohl die Ergebnisse der Stiftung Warentest auf den ersten Blick beruhigend wirken könnten, bieten sie aufgrund ihrer methodologischen Grenzen lediglich eine Momentaufnahme und keine vollständige Abbildung der Gesamtbeteiligung deutscher Banken an der Rüstungsindustrie.