Jörg Schmadtke, Sportdirektor von Hannover 96, hat den Verein mit sofortiger Wirkung verlassen. Diese Entscheidung wurde am Dienstag vom Zweitligisten bekannt gegeben und erfolgte in gegenseitigem Einvernehmen nach mehrtägigen intensiven Gesprächen. Schmadtkes Vertrag wäre ursprünglich bis Juni 2021 gelaufen. Schmadtke hatte seine Tätigkeit bei den Roten im Oktober 2019 aufgenommen. Seine Hauptaufgabe bestand darin, den sofortigen Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga zu realisieren. Er verantwortete das gesamte Sportressort und traf maßgebliche Entscheidungen bezüglich der Trainerposition, wie die Verpflichtung von Kenan Kocak, sowie wichtiger Spielerakquisitionen, darunter Genki Haraguchi und Marvin Ducksch. Das anvisierte Ziel, die Rückkehr in die höchste Spielklasse, konnte jedoch nicht erreicht werden. Hannover 96 beendete die abgelaufene Saison auf einem enttäuschenden 13. Platz der 2. Bundesliga. Im Laufe seiner Amtszeit mehrte sich die Kritik an Schmadtkes Personalentscheidungen und seiner Strategie, insbesondere bei der Zusammenstellung des Kaders und der sportlichen Entwicklung der Mannschaft. Diese abrupte Trennung ist nicht die erste in Schmadtkes Karriere. Bereits in früheren Positionen bei Vereinen wie dem 1. FC Köln und Alemannia Aachen hatte er ähnliche, oft überraschende Abgänge zu verzeichnen, die seine Reputation als impulsiver Manager prägten. Die Aufgaben von Jörg Schmadtke werden vorübergehend von Gerhard Zuber übernommen. Zuber war bisher als Schmadtkes Stellvertreter tätig und maßgeblich in die Spielersichtung und -verpflichtung involviert. Der Verein hat zudem bekannt gegeben, dass er sich auf die Suche nach einem langfristigen Nachfolger begeben wird. Vereinschef Martin Kind äußerte die Hoffnung, dass der Wechsel auf der Position des Sportdirektors neue Impulse für die kommende Saison setzen wird. Er betonte die Wichtigkeit, gestärkt und mit frischer Energie in die nächste Spielzeit zu gehen, um die sportlichen Ziele doch noch zu erreichen.