Markus Söder, der bayerische Ministerpräsident, hat seine Vorstellungen zur künftigen Energieversorgung des Bundeslandes dargelegt. Sein Plan beinhaltet die Erforschung und den möglichen Bau von sogenannten Small Modular Reactors (SMRs), also kleinen, modularen Atomkraftwerken, in Bayern. Diese Initiative wird als fundamentaler Schritt für die zukünftige Energiepolitik Bayerns bewertet. Söder rechtfertigt diesen Schritt mit dem Bestreben nach erhöhter Energieautonomie und der Erfüllung von Klimaschutzvorgaben. Er betrachtet SMRs als eine fortschrittliche und sichere Technologie, die zur Reduzierung von Kohlendioxidemissionen beitragen und zugleich eine verlässliche Elektrizitätsversorgung sichern kann. Bayern sollte hierbei eine Vorreiterrolle in der Forschung spielen. Im Vordergrund stehe nicht der umgehende Bau solcher Anlagen, sondern zunächst eine intensive Phase der Forschung und Entwicklung. Söder verkündete die Absicht, signifikante Investitionen in die Forschung und Entwicklung dieser Technologie zu tätigen, um Bayern zu einem führenden Standort für Kernenergietechnologie zu etablieren. Obwohl die Technologie noch nicht die Marktreife erreicht habe, zeige sie großes Potenzial. Erwartungsgemäß stoßen diese Vorhaben auf heftigen Widerstand. Die Partei Bündnis 90/Die Grünen lehnt SMRs als riskant, kostspielig und als irrelevant für die eigentliche Energiewende ab. Sie heben die Gefahren der Atomkraft hervor und fordern stattdessen eine forcierte Erweiterung erneuerbarer Energiequellen. Auch die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) zeigt sich misstrauisch und bewertet Söders Vorschlag als ein „Manöver zur Ablenkung“ von gegenwärtigen Herausforderungen. Sogar innerhalb der bayerischen Regierungskoalition existieren Bedenken. Obwohl die Freien Wähler, der Koalitionspartner der CSU, grundsätzlich offen für neue Technologien sind, unterstreichen sie, dass der Schwerpunkt weiterhin auf dem Ausbau regenerativer Energien liegen muss und SMRs keine vorrangige Lösung darstellen. Deutschland hat den Kernenergieausstieg bereits vollendet. Söders Initiative für SMRs repräsentiert somit einen Kontrapunkt zur gegenwärtigen Bundespolitik und könnte eine erneute, landesweite Diskussion über die Zukunft der Kernenergie initiieren.