Sam Bankman-Fried, der ehemalige Chef der Krypto-Plattform FTX, soll Berichten zufolge eine präsidiale Begnadigung von Donald Trump anstreben. Dies berichtet die New York Times, die sich dabei auf anonyme Quellen beruft, die mit der Sachlage vertraut sind. Erst Ende März war Bankman-Fried wegen umfangreichen Betruges zu einer langjährigen Haftstrafe von 25 Jahren verurteilt worden. Demnach sollen Bankman-Frieds Rechtsvertreter aktiv versuchen, eine Freilassung des gestrauchelten Krypto-Managers aus der Haft zu erwirken. Der Erfolg dieser Bemühungen bleibt jedoch fraglich. Eine Begnadigung durch den US-Präsidenten hätte zur Folge, dass sowohl die Verurteilung als auch die verhängte Haftstrafe vollständig außer Kraft gesetzt würden. Aktuell ist Sam Bankman-Fried in einer Bundeshaftanstalt in Brooklyn inhaftiert. Präsidentielle Begnadigungen sind in den USA ein seltenes Instrument, sowohl unter amtierenden als auch ehemaligen Staatsoberhäuptern. Donald Trump jedoch hat während seiner Amtszeit mehrfach kontrovers diskutierte Begnadigungen ausgesprochen. Er vertritt die Ansicht, dass er jene schützen müsse, die seiner Auffassung nach zu Unrecht vom Justizsystem angegriffen wurden. Obwohl Bankman-Fried ein bedeutender Spender der Demokratischen Partei war und seine Eltern, die Rechtsprofessoren Barbara Fried und Joseph Bankman, ebenfalls enge Verbindungen zu den Demokraten pflegen, was eine Begnadigung durch den Republikaner Trump ungewöhnlich erscheinen ließe, wird dieser Weg offenbar verfolgt. Die New York Times geht davon aus, dass Bankman-Frieds Team keinen direkten Antrag bei Trump eingereicht hat, sondern vielmehr über sein Umfeld Kontakt aufnehmen möchte. Über die Jahre avancierte Sam Bankman-Fried aufgrund seines milliardenschweren Betrugs an Anlegern und Nutzern zum Inbegriff der Skrupellosigkeit in der Kryptobranche. Er wurde in sieben Anklagepunkten, darunter unter anderem Betrug und Geldwäsche, für schuldig befunden. Die Kryptobörse FTX meldete im November 2022 Insolvenz an, nachdem bekannt wurde, dass Alameda Research, der von Bankman-Fried ebenfalls gegründete Hedgefonds, heimlich Kundengelder von FTX entwendet hatte, um risikoreiche Investitionen zu tätigen. Bankman-Fried beteuerte durchgehend seine Unschuld.