Ryanair reduziert Präsenz am BER massiv und schließt Berliner Basis
Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair wird ihre Aktivitäten am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) deutlich zurückfahren. Ab März 2024 beabsichtigt das Unternehmen, seine operative Basis am BER zu schließen. Als maßgebliche Gründe für diesen Schritt führt Ryanair die hohen Flughafenentgelte sowie die deutsche Luftverkehrsabgabe an, die den Standort Berlin aus ihrer Sicht wirtschaftlich unattraktiv machen.
Die Anzahl der fest in Berlin stationierten Flugzeuge wird von aktuell fünf auf lediglich zwei Maschinen reduziert. Dies hat zur Folge, dass das angebotene Streckennetz vom BER drastisch schrumpfen wird – von bisher 45 Destinationen auf nur noch 20. Die Airline kritisiert in diesem Kontext insbesondere die Weigerung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB), die Gebühren entsprechend den Forderungen von Ryanair zu senken.
Des Weiteren bemängelt Ryanair die Wettbewerbsbedingungen auf dem deutschen Markt und verweist auf vermeintliche staatliche Subventionen, die ihrer Meinung nach Konkurrenten wie Lufthansa und easyJet zugutekommen. Michael O'Leary, der Vorstandsvorsitzende von Ryanair, hatte sich bereits in der Vergangenheit mehrfach kritisch über die als zu hoch empfundenen Kosten am BER geäußert.
Die Geschäftsführung des BER widerspricht diesen Anschuldigungen, indem sie betont, dass die eigenen Flughafenentgelte im internationalen Vergleich durchaus wettbewerbsfähig seien. Zudem weist sie darauf hin, dass Ryanairs Gesamtmarktanteil in Deutschland tendenziell rückläufig sei.
Diese strategische Neuausrichtung von Ryanair wird voraussichtlich Auswirkungen auf das Reiseangebot ab Berlin haben und die Diskussion über die Standortattraktivität deutscher Flughäfen weiter anheizen. Ryanair beabsichtigt, seine Wachstumsstrategie stattdessen in anderen europäischen Regionen mit günstigeren Rahmenbedingungen fortzusetzen.