STUTTGART. Manuel Hagel, der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg, äußerte sein Verständnis für die steigende Nervosität der Bürgerinnen und Bürger bezüglich der Dauer der aktuellen Sondierungsgespräche zur Formierung der Landesregierung. Am Montag in Stuttgart erklärte Hagel: „Nach einer Landtagswahl ist es absolut nachvollziehbar, dass man rasch erfahren möchte, welche Kräfte zukünftig die Regierungsgeschäfte übernehmen und welche politischen Prioritäten gesetzt werden.“ Die seit der Wahl am 14. März laufenden Vorgespräche zwischen den Grünen und der CDU, welche die Möglichkeit einer Koalition erörtern, erstrecken sich nun schon über etliche Wochen. Dennoch hob Hagel hervor, dass eine umsichtige und fundierte Erarbeitung der gemeinsamen Grundlage von essenzieller Wichtigkeit sei. Der CDU-Politiker führte aus: „Hier geht es um die Festlegung der Richtung für das kommende halbe Jahrzehnt. Ein übereiltes Vorgehen, lediglich um den Prozess zu beschleunigen, wäre fehl am Platz. Gründlichkeit hat Vorrang vor Eile.“ Die bisherigen Verhandlungen seien produktiv gewesen, doch gebe es noch zahlreiche Themenfelder, in denen eine Annäherung notwendig sei. Die Differenzen zwischen den beiden Parteien, insbesondere in Schlüsselbereichen wie dem Klimaschutz, der Wirtschaftspolitik und der Entwicklung des ländlichen Raums, seien offenkundig und erforderten eingehende Debatten. Trotzdem zeigte sich Hagel zuversichtlich, dass eine belastbare Vereinbarung erzielt werden kann, die den Fortschritt Baden-Württembergs gewährleistet. Er richtete den Appell an die Bevölkerung, weiterhin Nachsicht zu zeigen. Hagel erläuterte: „Wir sind mit Hochdruck bestrebt, eine dauerhafte und zukunftsorientierte Regierung zu formen, die den aktuellen Herausforderungen gewachsen ist. Dies ist unser gemeinsamer Anspruch, und dafür nehmen wir uns die erforderliche Zeit.“ Die kommende Runde der Sondierungsgespräche sei für diese Woche vorgesehen, wobei ein präziser Termin für deren Beendigung noch offenbleibt.