Am Oberlandesgericht Jena hat ein bedeutender Prozess gegen einen mutmaßlichen Rechtsextremisten begonnen. Dem 40-jährigen Angeklagten, identifiziert als Frank S., wird zur Last gelegt, im Darknet gezielt nach Attentätern für die Ermordung von Politikern und Wissenschaftlern gesucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Anstiftung zum Mord und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Laut Anklageschrift soll Frank S. in einem Darknet-Forum namens „Deutschland im Umbruch“ entsprechende Suchanfragen platziert haben. Sein Ziel war es demnach, hochrangige Persönlichkeiten aus der Politik und Wissenschaft aus dem Weg zu räumen, da er das bestehende System gewaltsam stürzen wollte. Zu den angeblichen Zielpersonen gehörten unter anderem der Grünen-Politiker Robert Habeck und die Aktivistin Cécile Lecomte. Für die geplanten Taten soll Frank S. sogar beträchtliche Geldbeträge, beispielsweise 20.000 Euro für die Ermordung von Habeck, in Aussicht gestellt haben. Die Ermittlungen nahmen Fahrt auf, als ein verdeckter Ermittler des Landeskriminalamtes Thüringen in Kontakt mit dem Angeklagten trat und dieser den Ermittler für einen potenziellen Auftragsmörder hielt. Der Angeklagte ist den Behörden bereits wegen früherer rechtsextremistischer Straftaten bekannt. Der Prozess wird voraussichtlich über mehrere Verhandlungstage dauern, wobei zahlreiche Zeugen und umfangreiche digitale Beweismittel herangezogen werden.