Der Potsdamer Stadtverordnete Chaled-Eddine Bouthsaine hat nach seinem Austritt aus der Alternative für Deutschland (AfD) im März nun den Freien Wählern seine Zugehörigkeit erklärt. Bouthsaine, der 2019 über die AfD-Liste in die Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde, hatte seinen Abschied von seiner ehemaligen Partei mit erheblicher Enttäuschung begründet. Er kritisierte, dass die Potsdamer AfD-Fraktion sich zu stark auf bundespolitische Angelegenheiten und interne Grabenkämpfe konzentriere, anstatt sich den tatsächlichen lokalen Problemen und der Sachpolitik in der Landeshauptstadt zu widmen. Bouthsaine gab an, sich mit seinen Vorschlägen für eine lösungsorientierte und pragmatische Kommunalpolitik innerhalb der AfD allein gelassen und marginalisiert gefühlt zu haben. Er betonte, er wolle nicht als Mittel zum Zweck für bundespolitische Agenda dienen. Bei den Freien Wählern sieht Bouthsaine nun die ideale Plattform, um seine Vorstellungen einer bürgernahen und unideologischen Politik umzusetzen. Er schätzt den Fokus der Freien Wähler auf die lokalen Gegebenheiten und deren pragmatischen Ansatz. Dieser Wechsel hat Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung: Die Fraktion der Freien Wähler verstärkt sich auf zwei Sitze, wobei Bouthsaine an der Seite von Jenny Lindner, der Vorsitzenden der Fraktion, agieren wird. Lindner äußerte sich hoch erfreut über den Neuzugang eines erfahrenen Kommunalpolitikers. Im Gegenzug reduziert sich die AfD-Fraktion von vormals vier auf nunmehr drei Sitze, welche von Peter Schultheiß, Daniel Kralj und Tim Krause gehalten werden.