Polen leitet Ermittlungen wegen Menschenhandels im Fall Epstein ein
Polen hat Ermittlungen wegen des Verdachts auf Menschenhandel im Zusammenhang mit dem Missbrauchsnetzwerk des verstorbenen US-Finanziers Jeffrey Epstein aufgenommen. Die Untersuchungen konzentrieren sich auf die mutmaßliche Beschaffung minderjähriger Mädchen aus Polen für Epsteins Machenschaften. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft in Warschau am Dienstag nach entsprechenden Medienberichten.
In den Berichten, unter anderem der großen Boulevardzeitung „Fakt“, wurde thematisiert, dass der britische Prinz Andrew, ein Freund Epsteins, in die Beschaffung von Mädchen, auch aus Polen, involviert gewesen sein soll.
„Fakt“ hatte beispielsweise eine Alicja E. interviewt, die angegeben hatte, Mädchen, darunter auch polnische, für Epstein in die USA und auf seine Privatinsel gebracht zu haben. Den Berichten zufolge soll Alicja E. selbst über Prostitution in den Missbrauchsring gelangt und von Ghislaine Maxwell, Epsteins langjähriger Komplizin, angeworben worden sein.
Prinz Andrew ist seit Jahren mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung und Misshandlung einer Minderjährigen, Virginia Roberts Giuffre, konfrontiert. Er bestreitet diese Anschuldigungen.
Epstein hatte sich 2019 in seiner Gefängniszelle das Leben genommen, während er auf einen Prozess wegen Sexhandels wartete. Seine Mittäterin Maxwell wurde wegen Menschenhandels verurteilt. Anfang Januar veröffentlichte das US-Justizministerium nach jahrelanger Geheimhaltung zahlreiche weitere Gerichtsakten zum Fall Epstein.
Die nun begonnenen polnischen Ermittlungen verdeutlichen einmal mehr die weitreichenden internationalen Verflechtungen des Missbrauchsrings von Epstein.