Peruanische Präsidentschaftskandidatin Fujimori kündigt strenge Grenzmaßnahmen und engere Beziehungen zu den USA an
Keiko Fujimori, die Anwärterin auf das Präsidentenamt in Peru, hat ihr politisches Programm für die bevorstehende Stichwahl dargelegt. Sie verpflichtet sich zu einem unnachgiebigen Vorgehen gegen Kriminalität und den illegalen Drogenhandel und signalisiert zudem eine verstärkte Ausrichtung auf die Vereinigten Staaten.
Ein wesentlicher Bestandteil dieses Plans ist eine deutlich strengere Grenzpolitik. Die 45-jährige Vorsitzende der konservativen Partei Fuerza Popular gab am Montag (Ortszeit) in Lima bekannt, dass sie im Falle eines Wahlsieges am 6. Juni Militäreinheiten an die Landesgrenzen Perus verlegen würde. Ziel der militärischen Präsenz sei es, das illegale Eindringen von Migranten aus Venezuela nach Peru zu unterbinden. Fujimori äußerte hierzu: "Wir werden unsere Grenzen militärisch absichern, um entschieden gegen illegale Einwanderer vorzugehen, die Kriminalität, Drogenhandel und Unsicherheit in unser Land bringen."
Zehntausende Menschen sind aufgrund der tiefgreifenden Krise in Venezuela in benachbarte Staaten geflüchtet; über eine Million davon haben in Peru Zuflucht gesucht.
Des Weiteren verkündete Fujimori ihre Absicht, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten wieder zu intensivieren. "Wir werden die strategische Partnerschaft mit den USA erneut beleben", erklärte sie. Damit positioniert sich die Bewerberin der Fuerza Popular klar gegen ihren Widersacher Pedro Castillo von der linksextremen Partei Perú Libre, welcher eine Anti-US-Haltung vertritt und das Land eher in Richtung Kuba und Venezuela lenken möchte.
Zur Bekämpfung der Kriminalität beabsichtigt Fujimori, die Polizeikräfte zu verstärken und die Anzahl der Sicherheitspersonals aufzustocken. Ferner ist die Einrichtung einer Spezialeinheit für die Metropole Lima und die benachbarte Hafenstadt Callao vorgesehen. Die Sicherheitslage in Peru ist seit vielen Jahren prekär, mit einer weitreichenden Ausbreitung der Bandenkriminalität.
Zusätzlich versprach Fujimori, der Korruption entgegenzutreten. Ihre eigene Familie ist jedoch in Korruptionsskandale involviert. Ihr Vater, der frühere Präsident Alberto Fujimori (von 1990 bis 2000), verbüßt eine langjährige Haftstrafe wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Keiko Fujimori selbst war wiederholt Gegenstand von Korruptionsvorwürfen, wurde jedoch niemals rechtskräftig verurteilt. Zuletzt erfolgte ihre Freilassung im März nach über einem Jahr Untersuchungshaft im Zusammenhang mit Geldwäscheverdacht.
Der Wahlkampf in Peru verschärft sich vor der Stichwahl am 6. Juni zusehends. Aktuellen Umfragen zufolge liegen die beiden Bewerber mit jeweils etwa 50 Prozent der Stimmen beinahe gleichauf.