Paralympics im Fokus: Nizza zeigt Vorbildfunktion, Mailand/Cortina in der Kritik – Deutsche Sportler feiern Erfolge im Rollstuhlcurling und Para-Badminton
Ein deutlicher Kontrast zeichnet sich ab: Die französische Bewerbung für die Winter-Paralympics 2030 im Raum Nizza und den Alpenregionen legt von Beginn an großen Wert auf umfassende Barrierefreiheit und Inklusion. Der Verband „Handi-Sport Frankreich“ hob in einer Mitteilung hervor, dass die paralympischen Sportlerinnen und Sportler ein Athletendorf erwarten können, das von Anfang an ein „einzigartiges integratives Erlebnis“ verspricht. Geplant ist dabei kein separates Olympisches und Paralympisches Dorf, sondern eine gemeinsame Unterkunft. Dies stellt zweifellos einen vorbildlichen und zukunftsweisenden Ansatz dar.
Ganz anders präsentiert sich die Lage in Mailand und Cortina, den Gastgebern der Winterspiele 2026. Die Organisatoren haben offenbar weiterhin Schwierigkeiten, die Planung voranzutreiben. Es hagelt Kritik aus verschiedenen Richtungen: von mangelnder Finanzierung und unklaren Bauprojekten bis hin zu fehlenden Konzepten für die Nachnutzung der Infrastruktur und besonders für die Paralympischen Spiele. Obwohl die späte Einreichung der italienischen Bewerbung als mildernder Umstand genannt wird, rechtfertigt dies nicht die scheinbare Vernachlässigung der paralympischen Aspekte. Die Aussage von IOC-Präsident Thomas Bach, der im Bericht zu Mailand/Cortina eine „bemerkenswerte Fortschrittsrate“ als „ermutigend“ bezeichnete, wirkt aus externer Sicht eher befremdlich. Es ist bedauerlich zu sehen, wie die Verantwortlichen der Bewerbung 2026 die Paralympics anscheinend vernachlässigen.
Eine hervorragende Nachricht erreicht uns indes von den Rollstuhlcurling-Weltmeisterschaften im südkoreanischen Gangneung: Das deutsche Team hat sensationell die Bronze-Medaille errungen! Im entscheidenden Spiel um Platz drei setzten sich die Deutschen überzeugend mit 4:2 gegen Schottland durch. Dieser Erfolg markiert die erste WM-Medaille für Deutschland in der Geschichte des Rollstuhlcurling. Durch diese herausragende Leistung hat sich das Team, bestehend aus Skip Christian Veit, Elke Seeliger, Martin Schlak, Burkhard Inderwies und Christoph Gemmer, direkt für die Paralympics 2026 in Mailand/Cortina qualifiziert. Ein bemerkenswerter Triumph und ein bedeutender Meilenstein für den Rollstuhlcurling-Sport in Deutschland.
Auch bei den Para-Badminton-Weltmeisterschaften in Thailand gab es Grund zur Freude: Das deutsche Team konnte mehrere Medaillen gewinnen. Im Herren-Doppel der Klassen WH1-WH2 sicherten sich Thomas Wandschneider und Rick Cornell Hellmann die Silbermedaille. Rick Cornell Hellmann komplettierte seinen Erfolg mit einer zusätzlichen Bronzemedaille im Herren-Einzel der Klasse WH2. Des Weiteren erkämpften sich Valeska R Jansen und Elke Rongen im Damen-Doppel WH1-WH2 ebenfalls die Bronzemedaille. Diese starken Leistungen unterstreichen die hervorragende Form der deutschen Para-Badminton-Spieler und positionieren sie vielversprechend für die bevorstehenden Paralympics in Paris.