Pahlavi kritisiert europäische Medien nach Berlin-Besuch scharf
Reza Pahlavi, der Sohn des letzten Schahs von Iran, hat die europäische Berichterstattung über die Proteste in seiner Heimat scharf kritisiert. Nach einem Besuch in Berlin äußerte Pahlavi in einem Interview seine Enttäuschung über die Medien, denen er vorwirft, nicht ausreichend auf die Ziele und Visionen der iranischen Opposition einzugehen. Er hob hervor, dass viele Medien stattdessen den Eindruck vermittelten, das gegenwärtige iranische Regime sei stark und die Oppositionsbewegung sei nur eine Randerscheinung.
Pahlavi beklagte, dass die Berichterstattung über die Ereignisse im Iran seit der islamischen Revolution von 1979 oft einseitig sei und sich zu sehr auf die offiziellen Vertreter und Sprecher des Regimes konzentriere. Er zog Parallelen zur Revolution selbst, bei der die westlichen Medien ebenfalls dazu neigten, sich auf bestimmte stereotype Bilder zu konzentrieren, ohne die breiteren gesellschaftlichen Dynamiken zu erfassen. Pahlavi betonte, die Medien sollten sich stärker darauf konzentrieren, die demokratischen Bestrebungen der iranischen Bevölkerung und die Konzepte einer potenziellen Übergangsregierung zu beleuchten, die einen demokratischen und säkularen Staat anstrebt.
Der Schah-Sohn, der seit über vierzig Jahren im Exil lebt, sieht sich selbst als eine Art Katalysator für einen Systemwandel im Iran, nicht unbedingt als zukünftiger Staatsführer. Er behauptet, trotz seiner langen Abwesenheit vom Land eine breite Unterstützung in der iranischen Bevölkerung zu genießen. Während seines Aufenthalts in Berlin traf sich Pahlavi mit verschiedenen deutschen Politikern, darunter Roderich Kiesewetter von der CDU und Bijan Djir-Sarai von der FDP, sowie mit Vertretern der iranischen Diaspora. Sein Besuch fand vor dem Hintergrund erneuter und anhaltender Proteste im Iran statt, die seit Ende 2022 nach dem Tod von Mahsa Amini entfacht wurden und vom Regime massiv unterdrückt werden. Pahlavi gilt als eine der prominentesten Figuren der iranischen Exilopposition.