ÖBB-Streik: Westbahn erlebt starken Fahrgastansturm
Der angekündigte Streik der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), der von Sonntagabend um 18:00 Uhr bis Montag Mitternacht andauern soll, hat bereits jetzt spürbare Auswirkungen auf alternative Bahnanbieter. Insbesondere die Westbahn konnte für diesen Zeitraum eine deutliche Zunahme der Ticketnachfrage feststellen.
**Betriebseinstellung ab Sonntagabend**
Ab Sonntag um 18:00 Uhr werden sämtliche Züge der ÖBB österreichweit ihren Betrieb einstellen. Dieser landesweite Arbeitskampf ist eine direkte Konsequenz der ergebnislos verlaufenen Kollektivvertragsverhandlungen. Die Gewerkschaft vida hat zu diesem 24-stündigen Ausstand aufgerufen, der planmäßig bis Montag um 24:00 Uhr andauern wird.
**Westbahn erweitert ihr Fahrplanangebot**
Als privater Bahnunternehmer und wichtige Option auf der Weststrecke reagiert die Westbahn auf die Situation mit einer Ausweitung ihres Fahrplans. „Wir haben in der Nacht zum Sonntag eine zusätzliche Zugverbindung von Wien nach Salzburg und zurück sowie eine weitere auf der Strecke Wien – München und retour in unseren Fahrplan aufgenommen. Für Montag ist zudem ein fünftes Zugpaar zwischen Wien und Salzburg und retour eingeplant“, erläuterte Westbahn-Geschäftsführer Thomas Posch gegenüber ORF.at. Diese zusätzlichen Kapazitäten sollen dem erwarteten höheren Fahrgastaufkommen Rechnung tragen.
**Veränderungen im Reiseverhalten erwartet**
Posch geht davon aus, dass sich das Mobilitätsverhalten der Pendler und Reisenden verändern wird. Viele werden wohl auf Reisebusse, Fahrgemeinschaften oder private Kraftfahrzeuge ausweichen müssen. Die Westbahn zeigt sich erfreut, zumindest einen Teil der Strecke zwischen Wien und Salzburg bedienen zu können.
**Kein Konsens bei Tarifverhandlungen**
Die Gespräche zwischen der Gewerkschaft vida und den Arbeitgebervertretern der ÖBB blieben am Samstagabend ohne Erfolg. Trotz eines „letzten Angebots“ seitens der Arbeitgeber, das eine Erhöhung von 2.000 Euro für Lehrlinge und bis zu 8,4 Prozent für andere Mitarbeiter vorsah, konnte keine Einigung erzielt werden. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich eine Lohnerhöhung von zwölf Prozent gefordert und lehnte das unterbreitete Angebot ab.
**Kritik und Auswirkungen des Streiks**
Seitens der ÖBB wird der Streik scharf kritisiert. ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä betonte, dass jeder Streiktag einen Schaden in Millionenhöhe verursache. Auch Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) appellierte an die Sozialpartner, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und eine Lösung zu finden.