Obligatorische Deutschförderung für Fünfjährige geplant
Die Koalition aus ÖVP und Grünen hat eine Vereinbarung zur Einführung einer verpflichtenden Sprachförderung in Deutsch für Kinder im Alter von fünf Jahren getroffen, die vor dem Schuleintritt unzureichende Deutschkenntnisse aufweisen. Dies gaben Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) bekannt. Die Hauptintention ist es, die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder vor Beginn der Schulpflicht signifikant zu verbessern, um ihnen gerechtere Bildungschancen zu ermöglichen.
Diese neue Fördermaßnahme soll mit dem Kindergartenjahr 2024/25 in Kraft treten. Betroffen sind Kinder, deren Deutschkenntnisse durch bestehende Sprachstandstests als mangelhaft eingestuft werden. Die Kinder werden anschließend innerhalb des Kindergartens, entweder in speziellen Fördergruppen oder integriert in den normalen Gruppenbetrieb, von qualifiziertem Fachpersonal unterstützt. Es ist angedacht, dass diese Förderung entweder von Volksschullehrkräften oder von eigens geschulten Pädagoginnen und Pädagogen durchgeführt wird. Die genaue Ausgestaltung der Umsetzung, insbesondere die Bereitstellung des erforderlichen Personals und die Finanzierungsmodalitäten, bedürfen noch weiterer Klärung.
Ziel dieser Initiative ist es, soziale Disparitäten zu verringern und zu gewährleisten, dass alle Kinder mit einer vergleichbaren sprachlichen Basis in die Schule starten können. Während die Maßnahme von der Regierung als wichtiger Schritt zur Chancengleichheit dargestellt wird, äußert die Opposition mitunter Kritik, sei es bezüglich des Zeitpunkts der Einführung oder der Forderung nach einem noch früheren Beginn der Sprachförderung. Die Regierung unterstreicht die Notwendigkeit, frühzeitig zu intervenieren, um langfristige Bildungsnachteile abzuwenden. Eltern sollen aktiv in diesen Prozess einbezogen und umfassend über die Bedeutung der Sprachförderung informiert werden.