Neuer Reinickendorfer Stadtrat Kevin Hönicke (SPD) setzt auf Sauberkeit und strebt Bürgermeisteramt an
Die politische Landschaft Reinickendorfs hat sich neu formiert: Emine Demirbüken-Wegner (CDU) wurde zur Bezirksbürgermeisterin gewählt, nachdem ihr Vorgänger Frank Balzer (CDU) infolge des Verlusts seines Mandats aus der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ausschied. Durch Demirbüken-Wegners Aufstieg vom Amt der Stadträtin für Soziales und Gesundheit zur Bürgermeisterin wurde ihre vorherige Position frei. Die SPD nominierte Kevin Hönicke für diesen Posten, der am Dienstag von den Bezirksverordneten zum neuen Stadtrat für Ordnung, Umwelt, Sport und Soziales gewählt wurde. Hönicke, der zuvor als Leiter des Bürgeramtes Alt-Hohenschönhausen tätig war, verfolgt ambitionierte Ziele, darunter langfristig das Bürgermeisteramt in Reinickendorf.
Der 40-jährige Kevin Hönicke ist ein gebürtiger Berliner und lebt seit einem Jahrzehnt in Reinickendorf. Seine Karriere begann ungewöhnlich: Nach einer Zeit als Profifußballer bei Union Berlin absolvierte er eine Ausbildung zum Polizeibeamten und studierte später Jura. Diese vielseitigen Erfahrungen prägen seinen pragmatischen Ansatz.
Als neuer Stadtrat hat Hönicke nun die Verantwortung für wesentliche Bereiche wie Ordnung, Umwelt, Sport und Soziales in Reinickendorf übernommen.
Im Mittelpunkt seiner Agenda stehen die Themen Sauberkeit, Ordnung, sowie die Förderung von Sportvereinen und Ehrenamt. Hönicke betont, dass ein sauberer und sicherer Bezirk, insbesondere für Kinder, absolute Priorität habe. Er plant, die Bürger aktiv in die Lösung dieser Probleme einzubeziehen, etwa durch gezielte Nachbarschaftsaktionen, um das Bewusstsein für ein gepflegtes Umfeld zu stärken.
Ein weiteres zentrales Anliegen sind die Bürgerämter. Hönicke will die Bearbeitungszeiten verkürzen und gleichzeitig die Qualität der Dienstleistungen verbessern. Dies soll durch die Erweiterung digitaler Angebote und eine Stärkung des Personalbestands erreicht werden, um den Bürgern schnelle und effiziente Hilfe zu ermöglichen.
Hönickes Ambitionen reichen über sein Stadtratsamt hinaus. Er signalisiert klar, dass er bei der nächsten regulären Wahl für das Amt des Bezirksbürgermeisters kandidieren möchte. Er sieht in der aktuellen Situation eine Chance für seine Partei und sich selbst. Die CDU hatte das Bürgermeisteramt zwar gewonnen, jedoch nicht mit einer direkten Mehrheit der Wählerstimmen für ihre Spitzenkandidatin.
Die CDU Reinickendorf möchte das Bürgermeisteramt künftig wieder mit einer gestärkten Basis verteidigen, während die SPD die Situation als Gelegenheit begreift, das höchste Amt im Bezirk zu erobern. Hönicke argumentiert, dass der Bürgermeister "aus dem Bezirk heraus" agieren sollte, was für ihn bedeutet, die Interessen der Bürger über parteipolitische Grenzen hinweg zu vertreten.
Seine Motivation schöpft er aus dem Wunsch, Reinickendorf zu dienen und nicht nur einer Partei. Er möchte konkrete Verbesserungen für die Lebensqualität der Bewohner schaffen, besonders für Familien und Kinder. Hönicke plant regelmäßige Bürgersprechstunden, um direkt mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und deren Anliegen aufzugreifen.
Hönicke, verheiratet und Vater zweier Kinder, lebt mit seiner Familie im Ortsteil Tegel. Sein Engagement wurzelt in der Überzeugung, dass praktische Lösungen und eine bürgernahe Politik den größten Nutzen stiften.