Neue Studie skizziert die Realität einer um zwei Grad heißeren Erde
Eine kürzlich veröffentlichte Analyse beleuchtet, wie sich unser Planet mit einer durchschnittlichen Erwärmung von zwei Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Ära verändern würde. Laut Forschenden des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) wären die Konsequenzen selbst bei diesem als 'sicher' geltenden Ziel des Pariser Abkommens erheblich und weitgreifend.
Die Studie, die im Fachjournal 'Nature Climate Change' publiziert wurde, prognostiziert, dass bei einer globalen Erwärmung von zwei Grad die Häufigkeit extremer Wetterereignisse, der Anstieg des Meeresspiegels und das Risiko für Ökosysteme deutlich zunehmen würden. Obwohl das Pariser Klimaabkommen eigentlich das Ziel verfolgt, die Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad, idealerweise sogar 1,5 Grad, zu begrenzen, zeigt die Untersuchung auf, dass selbst das Zwei-Grad-Szenario drastische Folgen hätte. Dies unterstreicht die Dringlichkeit, die Klimaziele ernst zu nehmen und umzusetzen.
Svenja Schumacher, die leitende Autorin der Studie, betont, dass eine Anpassung an diese Veränderungen zwar möglich wäre, jedoch extreme Anstrengungen und globale Kooperation erfordern würde. Die Wissenschaftler haben mehrere Studien und Prognosen miteinander verglichen, die die Auswirkungen einer Zwei-Grad-Erwärmung auf die Umwelt, die menschliche Gesellschaft und die Wirtschaft beleuchten. Ihre Erkenntnisse sind alarmierend:
Regionale Auswirkungen der Zwei-Grad-Erwärmung:
* **Europa:** Die Häufigkeit von Hitzewellen, Dürren und schweren Regenfällen würde markant steigen. Insbesondere Südeuropa müsste mit verstärktem Wasserstress rechnen, während Überschwemmungen und Stürme auch in anderen Teilen des Kontinents zunehmen würden.
* **Nordamerika:** Die USA und Kanada müssten sich auf intensivere Hitzewellen, längere Dürreperioden, insbesondere im Südwesten, sowie vermehrte Waldbrände und stärkere Hurrikane einstellen.
* **Globaler Süden:** Regionen wie Afrika, Südasien und Lateinamerika wären von Nahrungsmittelknappheit, Wasserarmut und gesundheitlichen Problemen am stärksten betroffen, da sie oft über geringere Ressourcen zur Anpassung verfügen. Diese Länder, die historisch am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben, wären am stärksten den Konsequenzen ausgesetzt.
Die Studie hebt hervor, dass die Wirtschaft weltweit unter dem Klimawandel leiden würde, mit erheblichen Verlusten in der Landwirtschaft und steigenden Kosten für die Anpassung an neue Bedingungen. Die globalen Ökosysteme wären ebenfalls unter enormem Druck, mit einem erhöhten Risiko für das Aussterben von Arten und dem Verlust von Biodiversität. Korallenriffe könnten beispielsweise fast vollständig verschwinden, und auch Gebirgswälder und polare Ökosysteme wären stark gefährdet.
Die Wissenschaftler fordern auf Basis ihrer Forschungsergebnisse eindringlich dazu auf, umgehend und umfassend zu handeln, um die Emissionen drastisch zu reduzieren und die globale Erwärmung möglichst weit unter zwei Grad zu halten. Nur durch entschlossenes und schnelles Eingreifen kann das Ausmaß der prognostizierten Katastrophen noch gemildert werden.