Der chinesische E-Commerce-Riese JD.com expandiert auf den europäischen Markt und beginnt seine Aktivitäten in Deutschland. Gemeinsam mit Volkswagen werden in Hamburg autonome Zustellfahrzeuge für die "letzte Meile" erprobt. Dieser Schritt erfolgt in einem deutschen Paketdienstsegment, das bereits von intensivem Wettbewerb und vielfältigen Herausforderungen geprägt ist. Der hiesige Zustellmarkt ist bekannt für erheblichen Druck auf das Personal, niedrige Bezahlung und häufig prekäre Beschäftigungsverhältnisse, die oft über Subunternehmer realisiert werden. JD.com bewirbt seine Initiative mit Versprechen von erhöhter Effizienz und mehr Nachhaltigkeit durch den Einsatz von Automatisierungstechnologien. Experten und Arbeitnehmervertreter, wie die Gewerkschaft ver.di, äußern sich jedoch skeptisch gegenüber diesen Entwicklungen. Sie befürchten, dass der Markteintritt eines weiteren großen Akteurs wie JD.com, ähnlich den Erfahrungen mit Amazon, die bereits bestehenden Probleme für menschliche Zusteller eher verschärfen als lindern wird. Die symbolischen "roten Wagen" der autonomen Flotte könnten somit als moderne Hülle für persistente Probleme der Arbeitsausbeutung missverstanden werden. Obwohl die Automatisierung voranschreitet, bleibt menschliche Arbeitskraft – insbesondere für den direkten Kundenkontakt – weiterhin unerlässlich. Es wird erwartet, dass der Wettbewerbsdruck und die Belastungen entlang der gesamten Lieferkette zunehmen werden, wobei der Fortschritt in der Digitalisierung oft zu Lasten der Arbeitskräfte geht.