Eine neue vierteilige Dokumentarfilmreihe mit dem Titel „Hütet euch vor solchen Männern!“ startet am 12. Dezember auf RTL+ und rollt einen der schockierendsten Missbrauchsskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte neu auf: den Fall des pädophilen Lehrers Hermann Simon an der Odenwaldschule im Jahr 1982. Die Serie, die in Zusammenarbeit mit der Redaktion des Stern entstand, untersucht, wie der Rechtsstaat damals mit diesem Fall umging und wie Opfer bis heute mit den Folgen kämpfen. Im Zentrum der Dokumentation steht die erschütternde Geschichte von Michaela Simon, der Tochter des Täters, die als eines seiner vielen Opfer jahrelang missbraucht wurde. Ihre Mutter, die mutig und konsequent die Verbrechen ihres Mannes aufdeckte, lieferte die entscheidenden Hinweise für die damaligen Ermittlungen. Der Darmstädter Oberstaatsanwalt Gerhard Teuscher setzte sich mit großem Engagement dafür ein, Hermann Simon vor Gericht zu bringen – und das, obwohl er innerhalb des damals noch weitgehend unwissenden Justizsystems auf erheblichen Widerstand stieß. Der Prozess von 1982 offenbarte die verheerenden Vertuschungsversuche des damaligen Schulleiters Hans-Helmut K., der aktiv versuchte, die Taten Simons zu verbergen. Sogar ein renommierter Psychologe, Rüdiger T., trat als Gutachter auf und verharmloste Simons Taten, indem er ihn lediglich als exhibitionistischen Scharlatan darstellte. Trotz dieser Widrigkeiten wurde Hermann Simon zu einer verhältnismäßig milden Freiheitsstrafe verurteilt, floh aber vor deren Antritt und wurde erst Jahre später erneut verurteilt und inhaftiert. Die Dokumentarserie lässt nicht nur die damaligen Protagonisten wie Gerhard Teuscher zu Wort kommen, sondern beleuchtet auch die tiefgreifenden Auswirkungen auf die Opfer. Michaela Schäfer-Simon, wie sie heute heißt, spricht offen über ihre traumatischen Erfahrungen und den langen Weg der Aufarbeitung. Ihre Mutter schließt die Serie mit einer eindringlichen Warnung ab: „Hütet euch vor solchen Männern!“. Die neue RTL+ Dokumentation, die ab dem 12. Dezember verfügbar ist, bietet eine kritische Retrospektive auf ein dunkles Kapitel der Justizgeschichte und erinnert an die Notwendigkeit, Missbrauchsfälle lückenlos aufzuklären und Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.