Die Berliner Regierungskoalition, bestehend aus SPD und CDU, verteidigt nachdrücklich die Verwendung von Geldern aus dem bereitgestellten Sondervermögen für die Messe Berlin. Indes äußern Kritiker aus den Reihen der Opposition sowie teilweise auch von Wirtschaftsverbänden Bedenken, dass die für eine jahrzehntelange Modernisierung der Messe vorgesehenen Millionenbeträge zu rasch und möglicherweise ohne ausreichende strategische Weitsicht verausgabt werden. Es herrsche eine Art „Stoppuhr-Mentalität“, die eine nachhaltige Entwicklung beeinträchtigen könnte. Dieses Sondervermögen, dessen Einrichtung während der Corona-Pandemie beschlossen wurde, dient dazu, die Messe Berlin zukunftsfähig zu gestalten und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Es umfasst Mittel in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. Geplant sind damit unter anderem der Bau neuer Ausstellungshallen, die Renovierung bestehender Gebäude sowie der Ausbau der digitalen Infrastruktur. Die Koalition argumentiert, dass es gerade jetzt entscheidend sei, schnell zu agieren, um im internationalen Vergleich der Messeplätze nicht den Anschluss zu verlieren. Die Bauwirtschaft sei bereit, und Verzögerungen würden lediglich höhere Kosten und einen Wettbewerbsnachteil nach sich ziehen. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hob in einer Ansprache vor dem Abgeordnetenhaus die immense Bedeutung der Messe für den Wirtschaftsstandort Berlin hervor. Die getätigten Investitionen seien nicht nur für die Messe selbst von großer Relevanz, sondern schafften auch Arbeitsplätze und lockten Touristen an. Sie versicherte, dass alle Projekte transparent und nach strengen Kriterien überprüft würden. Auch der Fraktionsvorsitzende der CDU, Dirk Stettner, stellte sich hinter die Ausgaben und betonte die Notwendigkeit, nach den pandemiebedingten Einbrüchen zügig wieder eine solide Basis zu schaffen. Die Oppositionsparteien, insbesondere Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke, äußerten jedoch weiterhin Skepsis. Sie fordern eine detailliertere Offenlegung der Ausgaben und eine umfassendere Diskussion über die langfristige strategische Ausrichtung der Messe. Es besteht die Befürchtung, dass unter dem Druck des schnellen Mittelverbrauchs Fehlentscheidungen getroffen werden könnten, die sich letztlich als kostspielig für Berlin erweisen würden. Besonders kritisiert wurden die mangelnde Einbeziehung externer Fachleute und das Fehlen einer ganzheitlichen Betrachtung aller Einzelprojekte. Die Sorge ist groß, dass ein "Sondervermögen auf Verschleiß" entsteht, anstatt eine langfristig tragfähige Grundlage zu legen.