Marcel Kittel, der das Rennen Eschborn-Frankfurt wie nur wenige andere kennt, wird am 1. Mai erstmals in seiner neuen Funktion als Sportdirektor eine frische Perspektive auf den Radklassiker einnehmen. Kittel verbindet eine tiefe persönliche Geschichte mit diesem Event: „Es war mein erster Profisieg, was eine sehr schöne emotionale Bedeutung hat“, erinnert er sich. Zudem markierte das Rennen in seiner Geburtsregion sein letztes Profirennen auf deutschem Boden, bevor er seine aktive Karriere beendete. „Ich lebe mit meiner Familie in Frankfurt, meine Kinder sind hier geboren. Die Verbundenheit ist riesig“, betont er die lokale Verwurzelung. Die Ausrichtung des Rennens hat sich über die Jahre stark gewandelt. „Die klassische Charakteristik war, dass es ein reines Sprinterrennen war“, erklärt Kittel. Doch in den letzten zehn Jahren sei der Charakter des Rennens erheblich modifiziert worden. „Es ist zwar immer noch ein Rennen für schnelle Männer, aber auch für diejenigen, die ein bisschen mehr bergauf fahren können“, so Kittel. Diese Mischung sorge für zusätzliche Spannung und Attraktivität. Für den deutschen Radsport ist Eschborn-Frankfurt von immenser Bedeutung. „Es ist eines der wichtigsten Eintagesrennen für den deutschen Radsport“, unterstreicht Kittel. Die Herausforderung besteht darin, die bewährte Tradition zu bewahren und gleichzeitig die kontinuierliche Weiterentwicklung des Rennens voranzutreiben. „Wir wollen die Balance halten“, bekräftigt der Sportdirektor. Der Zielbereich an der Festhalle ist für Kittel ein besonderes Highlight: „Die Festhalle ist ein unglaublich schönes Ziel“, schwärmt er. „Die Ankunft dort, wenn man auf die Festhalle zufährt, ist beeindruckend.“ Die Präsenz des Publikums mache die Atmosphäre für die Fahrer stets zu etwas Einzigartigem. Das Rennen hat sich weit über den Profisport hinaus als Volksfest etabliert. Es umfasst nicht nur die Rennen der Profis, sondern auch die Jedermann-Rennen und die Wettbewerbe für Kinder. „Es ist eine breite Veranstaltung für die ganze Familie“, fasst Kittel zusammen. Das übergeordnete Ziel sei es, „zum einen den Spitzenradsport zu präsentieren und zum anderen die breite Masse mit dem Radsport in Kontakt zu bringen“, erklärt er. In seiner Rolle als Sportdirektor ist Kittel für vielfältige Aufgaben zuständig: „Meine Aufgabe ist es, mit den Teams und Fahrern in Kontakt zu stehen, die Abläufe mitzuplanen und das Rennen nach außen zu repräsentieren“, erläutert er. Er sieht sich selbst als „so ein bisschen das Gesicht des Rennens.“ Der Termin am 1. Mai hat sich als fester Bestandteil des Rennkalenders etabliert: „Das Datum 1. Mai ist für uns ein Klassiker“, so Kittel. Als Feiertag bietet er den Menschen die ideale Gelegenheit, das Radrennen in aller Ruhe zu verfolgen und hautnah mitzuerleben.