Die britische Regierung hat mit der Abfangung russischer Frachtschiffe im Ärmelkanal gedroht, sollten diese militärische Güter transportieren. Diese Warnung erfolgt angesichts von Meldungen, wonach Moskau weiterhin auf dem Seeweg Waffen an das syrische Regime unter Baschar al-Assad liefert. Wie die britische Tageszeitung „Daily Telegraph“ berichtete, soll der russische Frachter „Sirena“ (auch als „Amur“ bekannt) erst vor Kurzem den Ärmelkanal durchquert haben. Das Schiff wurde demnach mit „hochentwickelten Raketen“ des Typs SA-22 Greyhound sowie weiteren Rüstungsgütern beladen und war auf dem Weg nach Syrien. Premierminister David Cameron hatte bereits im Vorjahr klar gemacht, dass derartige Waffenlieferungen an das Assad-Regime „untragbar“ seien und dies persönlich gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geäußert. Nun verschärft London seine Haltung: Sollte die „Sirena“ oder ein vergleichbares Schiff erneut in die britische Zwölf-Meilen-Zone eindringen, plant die Royal Navy die Durchsuchung des Frachters und, falls nötig, dessen Beschlagnahmung. Eine Quelle des britischen Verteidigungsministeriums, zitiert vom „Daily Telegraph“, bestätigte die „Bereitschaft zum Handeln“. Die britische Regierung stützt ihre Drohung auf bestehende UN-Resolutionen und EU-Sanktionen, die gegen das Assad-Regime verhängt wurden. Ziel sei es, die Menschenrechte in Syrien zu wahren und eine weitere Eskalation der gewaltsamen Konflikte zu verhindern. Gemäß UN-Sanktionen ist die Lieferung von Waffen nach Damaskus untersagt. Die Europäische Union hat darüber hinaus ein umfassendes Import- und Exportverbot für Rüstungsgüter nach Syrien erlassen. Es ist nicht das erste Mal, dass London eine entschlossene Linie gegenüber russischen Schiffen verfolgt, die im Verdacht stehen, Waffen nach Syrien zu transportieren. Bereits im Juni 2012 musste der Frachter „Chariot“, welcher auf dem Weg nach Syrien war und Angriffshubschrauber an Bord hatte, umkehren und nach Russland zurückkehren. Dies geschah, nachdem die britische Versicherung des Schiffes auf Druck der Regierung die notwendigen Versicherungspapiere für den Transport annulliert hatte, wodurch das Schiff seine Reise nicht fortsetzen konnte. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich kurz darauf mit der „Professor Katsman“, die vor der Küste Zyperns operierte und ebenfalls militärische Ausrüstung nach Syrien transportieren sollte. Auch die „Professor Katsman“ drehte schließlich um, nachdem die Europäische Union eingeschritten war.