Linken-Landesparteitag lehnt Hamburger Olympia-Bewerbung ab
Auf ihrem am Samstag abgehaltenen Landesparteitag hat die Hamburger Linke entschieden, eine potenzielle Bewerbung der Stadt für die Olympischen und Paralympischen Spiele entschieden abzulehnen. Eine dazu eingebrachte Resolution fand mit deutlicher Mehrheit die Zustimmung der Delegierten. Als Hauptgrund für diese Entscheidung führten die Delegierten die immensen, prognostizierten Kosten an, die ihrer Ansicht nach unvermeidlich essenziellen sozialen Initiativen entzogen würden.
Die Führung der Partei hob hervor, dass ein Event dieser Größenordnung die Verdrängung von Bewohnern intensivieren und die Kosten für Mieten sowie Immobilienpreise drastisch erhöhen würde. Zudem äußerten sie erhebliche Bedenken bezüglich der Nachhaltigkeit und der ökologischen Auswirkungen. Stattdessen sollte der Schwerpunkt auf der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, der Förderung von Bildung und der Bekämpfung der Klimakrise liegen, anstatt Milliarden in die Organisation von Sportwettkämpfen zu investieren.
Mehrere Redner kritisierten ferner die voranschreitende Kommerzialisierung des Sports, die durch die Olympischen Spiele noch verstärkt würde. Die Partei interpretierte dies als eine Distanzierung von den ursprünglichen Idealen der Olympischen Bewegung. Sie plädierten stattdessen für Investitionen in den Breitensport und den Ausbau der sozialen Infrastruktur.
Die Bürgerschaftsfraktion der Linken versicherte, diese Haltung in den bevorstehenden Diskussionen mit anderen politischen Kräften und in der Öffentlichkeit mit Nachdruck zu verteidigen. Eine breite gesellschaftliche Bewegung gegen eine solche Bewerbung wird ebenfalls antizipiert und findet die Unterstützung der Linken. Die vom Landesparteitag getroffene Entscheidung wird als klares Signal an den Senat gewertet, der sich bislang noch nicht endgültig zu einer potenziellen Bewerbung positioniert hat.