Mittags zeigten sich die europäischen Börsen leicht rückläufig. Ebenso könnten die Handelsplätze an der Wall Street zum Start nach dem Feiertag Verluste verzeichnen. Im Verlauf des Mittagshandels verzeichnete der deutsche Leitindex Dax ein Minus von 0,25 Prozent und notierte bei 18.156 Punkten. Der EuroStoxx 50 gab um 0,2 Prozent auf 4.939 Zähler nach. Auch für die US-Märkte wurden nach der Feiertagspause niedrigere Notierungen prognostiziert. Vorbörsliche Anzeichen deuteten darauf hin, dass der Dow Jones Industrial um 0,2 Prozent auf 39.043 Punkte fallen könnte. Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege von RoboMarkets, erklärte dazu: „Die aktuellen Impulse, die von Gewinnrealisierungen im Technologiesektor sowie von Äußerungen einiger Fed-Vertreter bezüglich einer möglicherweise nur einmaligen Zinssenkung ausgehen, haben eine spürbare Vorsicht unter den Investoren bewirkt.“ Gestern blieben die US-Börsen wegen des „Juneteenth“-Feiertags geschlossen. Nach dieser Handelsunterbrechung richten die Investoren ihre Aufmerksamkeit nun verstärkt auf neue ökonomische Kennzahlen und mögliche Signale zur zukünftigen Ausrichtung der Geldpolitik. Für morgen sind die wöchentlichen Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe vorgesehen, gefolgt vom vielbeachteten Einkaufsmanagerindex am Freitag. Bereits in der Vorwoche hatte die amerikanische Zentralbank Fed angedeutet, dass sie in diesem Jahr voraussichtlich nur eine einzige Zinssenkung vornehmen wird, obwohl im März noch von drei Schritten ausgegangen wurde. Im Bereich des Euro wies EZB-Vertreter Prats auf die Entschlossenheit der Europäischen Zentralbank hin, die restriktive Geldpolitik auch über das Jahr 2024 hinaus beizubehalten, um die Inflation nachhaltig einzudämmen. Er unterstrich, dass die EZB flexibel agieren und auf neue Daten reagieren müsse, wobei die Zinsen das zentrale Steuerungsinstrument darstellten. Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets, kommentierte: „Investoren sollten die aktuellen Äußerungen der Zentralbanker als Bestätigung für eine weiterhin straffe Geldpolitik verstehen.“ Für die kommende EZB-Sitzung wird erwartet, dass die Geldpolitik unverändert bleibt. Die Preise am Rohölmarkt verzeichneten einen moderaten Anstieg. Gegen Mittag wurde ein Barrel (entspricht 159 Litern) der Nordseesorte Brent zu 85,20 US-Dollar gehandelt, was einem Plus von 60 Cent gegenüber dem Vortag entspricht. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI erhöhte sich um 65 Cent auf 81,30 Dollar. Die Blicke der Marktteilnehmer richten sich nun auf die neuesten Daten zu den US-Öllagerbeständen.