Kurze, intensive Workouts: Eine neue Studie enthüllt die Vorteile
Viele Menschen nehmen sich vor, regelmäßiger Sport zu treiben, scheitern aber oft daran, ihre guten Vorsätze langfristig umzusetzen. Der Hauptgrund hierfür ist häufig die fehlende Motivation, sich immer wieder zu längeren, anstrengenden Trainingseinheiten aufzuraffen. Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung legt nun nahe, dass der Weg zu mehr Fitness gar nicht so langwierig sein muss, wie bisher angenommen – und dass kürzere, intensivere Einheiten sogar Vorteile haben könnten.
Die im Fachjournal *Plos One* veröffentlichte Studie beleuchtet die Effektivität verschiedener Trainingsansätze. Dafür wurden 62 inaktive Erwachsene im Alter zwischen 18 und 64 Jahren ohne bekannte Vorerkrankungen über einen Zeitraum von sechs Wochen beobachtet. Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt:
* **Gruppe 1:** Absolvierte fünfmal pro Woche 30 Minuten moderates Radfahren. Dies entspricht den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen 150 Minuten Bewegung pro Woche.
* **Gruppe 2:** Trainierte dreimal wöchentlich 30 Minuten mit moderater Intensität auf dem Rad (insgesamt 90 Minuten pro Woche).
* **Gruppe 3:** Führte dreimal pro Woche ein hochintensives Intervalltraining (HIIT) durch, bestehend aus kurzen Sprints mit Erholungspausen. Die gesamte Trainingszeit belief sich hier auf lediglich 10 Minuten pro Woche.
Die Wissenschaftler erfassten bei allen Probanden diverse Parameter wie die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2 max) als Maß für die Herz-Kreislauf-Fitness, die Muskelkraft sowie die Körperzusammensetzung (Fett- und Muskelmasse). Ein entscheidender Fokus lag jedoch auch auf dem Aspekt des Trainingsspaßes und der damit verbundenen Motivation, das Programm fortzusetzen.
Überraschenderweise zeigten alle drei Gruppen nach den sechs Wochen vergleichbare Verbesserungen in Bezug auf ihre Herz-Kreislauf-Fitness, Muskelkraft und Körperzusammensetzung. Das bedeutet, dass selbst die kurze HIIT-Gruppe ähnliche körperliche Erfolge erzielte wie die Gruppen mit deutlich längerem Zeitaufwand.
Der größte Unterschied zeigte sich jedoch bei der Motivation und dem Spaß am Training: Die Teilnehmer der HIIT-Gruppe und – in geringerem Maße – auch die der dreimal wöchentlich moderat trainierenden Gruppe berichteten von einem signifikant höheren Vergnügen und einer stärkeren Bereitschaft, das Trainingsprogramm beizubehalten. Diese Erkenntnis ist besonders wichtig, da die langfristige Einhaltung eines Trainingsplans oft die größte Hürde für sportliche Erfolge darstellt.
Die Schlussfolgerung der Studie ist eindeutig: Für die Steigerung von Gesundheit und Fitness sind kürzere, intensivere Trainingseinheiten wie HIIT ebenso effektiv wie längere, moderate Workouts. Ihr entscheidender Vorteil liegt jedoch in der Förderung von Motivation und der Verbesserung der Adhärenz. Auch kurze Trainingseinheiten, beispielsweise von nur zehn Minuten Dauer, können bereits positive Effekte erzielen und lassen sich leichter in den Alltag integrieren. Das Geheimnis eines dauerhaft erfolgreichen Trainings liegt demnach darin, eine Form der Bewegung zu finden, die Spaß macht und somit konsequent beibehalten werden kann.