Kundgebung gegen sexuelle Gewalt in Frankfurt: Ein klares Zeichen für Konsens
Am vergangenen Samstag versammelten sich etwa 200 Personen auf dem Frankfurter Römerberg, um gemeinsam gegen sexuelle Gewalt zu protestieren und ein starkes Zeichen der Solidarität mit Opfern zu setzen. Anlass für die Demonstration war ein Vorfall in Paris, bei dem eine deutsche Touristin mutmaßlich von französischen Polizisten vergewaltigt wurde, doch die Veranstaltung erweiterte ihren Fokus auf das generelle Problem der sexuellen Übergriffe.
Organisiert vom Kollektiv „Paris Solidarität“, zielte die Kundgebung darauf ab, die Öffentlichkeit für das Ausmaß sexueller Gewalt zu sensibilisieren. Die Teilnehmer forderten umfassende gesellschaftliche und politische Veränderungen und kritisierten insbesondere, dass Opfern von Übergriffen oft kein Glauben geschenkt wird und Täter zu selten zur Rechenschaft gezogen werden.
Eine Sprecherin des Kollektivs „Paris Solidarität“ betonte die Wichtigkeit, allen Opfern sexueller Gewalt weltweit zur Seite zu stehen und Gerechtigkeit für die mutmaßlich in Paris Vergewaltigte zu fordern. Die Gruppe hob hervor, dass es bei sexueller Gewalt nicht nur um Einzelfälle gehe, sondern um ein strukturelles Problem, das tief in der Gesellschaft verwurzelt sei.
Ebenfalls sprach eine Vertreterin der Frauen-Selbsthilfeorganisation „Wildwasser“, die die weit verbreitete Natur sexueller Gewalt unterstrich. Sie erklärte, dass diese oft in sozialen Beziehungen stattfindet und nicht immer von Fremden ausgeht. Die „Wildwasser“-Sprecherin forderte mehr finanzielle Mittel für Präventionsarbeit und Hilfsangebote für Betroffene. Sie wies zudem darauf hin, wie schwer es für Opfer sei, eine Anzeige zu erstatten, und wie selten Täter tatsächlich verurteilt werden. Ein zentraler Aufruf war die Notwendigkeit von affirmativem Konsens: Es reiche nicht aus, wenn „Nein Nein heißt“, vielmehr müsse „Ja Ja heißen“.
Die Kundgebung fiel zeitlich mit dem „Orange Day“ der Vereinten Nationen zusammen, einem internationalen Aktionstag zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen. Die Demonstranten machten deutlich, dass sie sich nicht nur gegen individuelle Taten, sondern auch gegen institutionelle Gewalt und das Versagen von Systemen wehren, die Opfern den Schutz verwehren. Die Forderungen reichten von besserer Aufklärung über konsequentere Strafverfolgung bis hin zu einer Kultur, die jegliche Form von sexueller Gewalt ablehnt und Opfern die volle Unterstützung bietet.