Russland wird vorläufig nicht an einem geplanten Dreier-Treffen mit Deutschland und Frankreich teilnehmen, das der Entspannung der Lage in der Ukraine dienen sollte. Dmitri Peskow, der Sprecher des Kremls, begründete die Absage am Freitag damit, dass noch keine Einigkeit über die grundlegenden Rahmenbedingungen eines solchen Gipfels bestehe. Der französische Präsident Emmanuel Macron und der designierte deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hatten zuvor angeregt, eine solche Gesprächsrunde abzuhalten, um über die eskalierende Situation an der ukrainisch-russischen Grenze zu beraten. Peskow betonte jedoch, ein Treffen sei nur dann sinnvoll, wenn die Tagesordnung und die Ziele klar definiert seien. Zudem wies er darauf hin, dass die westlichen Partner Russlands wichtige "rote Linien" bisher nicht berücksichtigt hätten. Die Spannungen in der Region sind aufgrund massiver russischer Truppenkonzentrationen nahe der Ukraine stark angestiegen. Ziel der westlichen Staaten ist eine Deeskalation der Lage. US-Präsident Joe Biden hatte erst kürzlich in einer Videokonferenz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Krise gesprochen, wobei eine Fortsetzung des Dialogs vereinbart wurde. Die USA haben Russland vor einer Invasion der Ukraine gewarnt und mit empfindlichen Sanktionen gedroht. Im Gegenzug fordert Russland umfassende Sicherheitsgarantien und äußert Bedenken hinsichtlich einer möglichen NATO-Erweiterung auf die Ukraine. Frankreich und Deutschland sind seit Jahren bemüht, den Konflikt in der Ostukraine durch das sogenannte "Normandie-Format" zu vermitteln. Ein jüngstes Treffen von Beratern in diesem Format im November in Paris brachte jedoch keine substanziellen Fortschritte. Russland wirft der Ukraine vor, die Vereinbarungen des Minsker Abkommens II nicht einzuhalten. Der neue Vorschlag sah vor, dass Scholz, Macron und Putin gemeinsam an den Gesprächen teilnehmen.