Das Stimmungsbild unter den deutschen Konsumenten hat sich erneut verschlechtert und erreicht aktuell den tiefsten Wert seit drei Jahren. Ausschlaggebend für diese Entwicklung sind die anhaltend hohe Teuerungsrate und die schwächelnde Wirtschaftslage. Der von den Marktforschern der GfK für den Monat September berechnete Konsumklima-Index verzeichnete einen Rückgang um 0,7 Punkte und liegt nun bei minus 25,5 Zählern. Im August hatte der revidierte Wert noch bei minus 24,8 Punkten gelegen. Dies stellt den dritten aufeinanderfolgenden Rückgang dar. Sämtliche drei Teilanzeigen, die zur Berechnung des Index herangezogen werden, zeigten eine negative Entwicklung. Die Erwartungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung sowie der Einkommenssituation nahmen gleichermaßen ab, und auch die Bereitschaft zu Anschaffungen reduzierte sich. Rolf Bürkl, ein Experte der GfK, erläuterte die Situation: „Obwohl die Inflationsrate zuletzt einen geringfügigen Rückgang zeigte, belasten die kontinuierlich steigenden Preise für Nahrungsmittel und Energie die finanziellen Mittel der privaten Haushalte erheblich.“ Er fügte hinzu, dass die Möglichkeit einer Rezession in Deutschland weiterhin beträchtlich sei. Die Einschätzung der Konjunkturentwicklung verschlechterte sich um 6,5 Punkte auf einen Stand von minus 19,2 Zählern. Dies deutet darauf hin, dass Konsumenten in der unmittelbaren Zukunft keine Erholung der deutschen Ökonomie erwarten. Ein noch deutlicheres Minus verzeichnete die Einkommenserwartung, die um 12,2 Punkte auf minus 29,9 Zähler sank. Dieser Wert stellt einen neuen historischen Tiefstand für diesen Indikator dar und liegt sogar unterhalb der Messwerte der Finanzkrise Ende 2008. Als Hauptursache wird die persistierende hohe Inflation genannt, welche die Kaufkraft der privaten Haushalte spürbar mindert. Ebenso verringerte sich die Neigung zu Anschaffungen um 2,7 Punkte auf minus 16,4 Zähler. Angesichts der ungewissen Zukunftsaussichten und der angespannten Finanzlage üben sich die Verbraucher bei größeren Einkäufen in Zurückhaltung. Die GfK prognostiziert daher, dass der private Konsum in den bevorstehenden Monaten keinen förderlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands haben wird.